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Handball-Bundesliga

Eine Putzfrau wurde für die HSG zum Weihnachtsengel

27.12.2009 | 08:00 Uhr

Mit Neuzugang Bostjan Hribar aus Slowenien gelang im Abstiegskampf der bitter benötigte 34:26-Erfolg über Mitkonkurrent TSV Bayer Dormagen.

Düsseldorf. Bis zur verspäteten Bescherung am zweiten Weihnachtsfeiertag verstrichen für die Handballer der HSG bewegende Momente. In einer Nacht- und Nebel-Aktion verpflichtete der Bundesliga-Aufsteiger Bostjan Hribar vom slowenischen Klub RK Cimos Koper als Ersatz für den wegen eines Kreuzbandrisses ausfallenden Jan Henrik Behrends (die NRZ berichtete exklusiv im Internet auf DerWesten.de).

In nicht einmal drei Stunden waren die Verträge unterschrieben. Dass der 32-jährige ehemalige Nationalspieler beim 34:26-Sieg gegen den TSV Dormagen am Samstag debütieren und mit sieben Toren dazu beitragen konnte, dass der Aufsteiger im Keller-Duell noch einmal seinen Kopf aus der (Abstiegs-)Schlinge ziehen konnte, ist einem ganz besonderen Weihnachtsengel zu verdanken.

Denn ohne eine eifrige Putzfrau, die an Heiligabend in der ansonsten menschenleeren Wiener Zentrale der EHF die entscheidenden Dokumente weitergeleitet hatte, wäre die nötige Spielgenehmigung für den neuen Linkshänder, der vorerst einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt, wohl nicht mehr rechtzeitig zugunsten der Düsseldorfer erteilt worden.

Wie wichtig der neue Mann beim ersten Sieg der HSG nach zuvor sieben Niederlagen war, belegt die Statistik: sieben Treffer sowie vier Torvorlagen nach gerade einmal zwei Trainingseinheiten mit den neuen Teamkollegen!

Sechs Sulc-Treffer in der Schlussviertelstunde

Zusammen mit einem überragenden Frantisek Sulc, der ein halbes Dutzend seiner insgesamt zehn Tore in der Schlussviertelstunde erzielte, war das bereits die halbe Miete in der zuletzt torarmen HSG-Offensive.

Letztere benötigte gegen stark startende Dormagener fünf Minuten, um sich vom 1:4-Rückstand zu erholen. Linksaußen Marcel Wernicke leitete gegen seine ehemaligen Teamkollegen mit einem per Heber abgeschlossenen Konter zum 5:5 die Wende ein. Nach Bostjan Hribars Debüt-Treffer vom Siebenmeter-Strich zur ersten HSG-Führung (7:6) entwickelte sich ein packendes West-Derby der beiden Abstiegskandidaten, das auch über die Pause (13:13) hinweg eng blieb.

Nach dem überraschenden Dormagener Sieg gegen Berlin (32:23) und Balingens Sensation gegen Meister THW Kiel (39:37) war die zuvor auf den letzten Tabellenplatz abgerutschte HSG umso mehr in Zugzwang geraten, hielt dem Druck aber stand.

Nach einem von TSV-Coach Kai Wandschneider heftigst dementierten Wechselfehler durch Balomenos zog die HSG von 20:19 vorentscheidend auf 27:21 davon.

Die Gäste setzten alles auf eine Karte, brachten Kentin Mahe´ als siebten Feldspieler. Hatten dabei aber die Rechnung ohne eine starke HSG-Abwehr vor dem sich immer mehr steigernden Schlussmann Almantas Savonis gemacht. Im Gegenzug ließ Torjäger Frantisek Sulc nichts mehr anbrennen.

HSG-Trainer Goran Suton fasste sich erleichtert kurz: „Danke an Manager Frank Flatten für den neuen Spieler, danke an die Jungs für die tolle Leistung. Das war das schönste Weihnachtsgeschenk!”

Übrigens: Mündlich waren sich Max Ramota und die HSG bereits einig (die NRZ berichtete). Nun verlängerte der Abwehrchef seinen Vertrag auch schriftlich bis zum Saisonende. Am 10. Januar (16 Uhr, Freiheitshagen) wird Ramota mit der HSG zudem das Freundschaftsspiel bei Landesliga-Spitzenreiter TV Angermund anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums nachholen.

Das Spiel in der Statistik

HSG - TSV Bayer Dormagen 34:26 (13:13)

HSG: Savonis (Puhle bei einem Siebenmeter); Sulc (10), Hribar (7/3), Hegemann (4), Fölser (4), von Gruchalla (3), Wernicke (3), Kogut (2), Ramota (1), Weiß, Berblinger.

Dormagen: Feshchanka, Vort-mann; Lochtenbergh (6/3), Meyer (6), Schindler (4), Plaz (3), Dmytruszynski (2), Wittig (2), Nippes (2), Balomenos (1), Schagen, Mahe´.

Zuschauer: 2144.

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen).

Strafminuten: HSG 6, Dormagen 10.

Marcus Gülck

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