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Ein „biologisches Turn-Wunder“

12.06.2012 | 16:31 Uhr
Ein „biologisches Turn-Wunder“

Düsseldorf. Im Einzelfinale der Turn-Europameisterschaft in Brüssel gewann „Turn-Oma“ Oksana Chusovitina vor einem Monat als älteste Turnerin aller Zeiten am Sprung Edelmetall. Silber an ihrem Paradegerät war für Chusovitina bereits die 17. Medaille bei Olympia, WM oder EM. Mit 36 Jahren könnte der 1,53 Meter kleine Turnfloh teils die Mutter der meisten Nationalmannschaftskollegen sein, ist jedoch weiter das Aushängeschild der Kunstturnerinnen. Auch bei der am Wochenende in der Halle an der Siegburger Straße steigenden Deutschen Meisterschaft mit Olympia-Qualifikation.

„Oksana ist ein biologisches und physiologisches Wunder. Ihre gute Ausbildung in der Sowjetunion ist gepaart mit einer riesengroßen Begabung und unglaublich schneller Muskulatur“, betont Nationaltrainerin Ursula Koch.

Unlängst verkündete die Wahl-Kölnerin jedoch das Ende ihrer 24-jährigen Wettkampf-Laufbahn nach ihren anstehenden sechsten (!) Olympischen Spielen in London. Danach will die gebürtige Usbekin, die seit 2006 für den Deutschen Turner-Bund an den Start geht, nur noch als Trainerin das Treiben auf der Turnbühne verfolgen. Schon seit 2009 betreut Chusovitina „nebenberuflich“ die Nationalriege ihres Geburtslandes.

Für Olympia gesetzt

Aufgrund ihrer großen Erfahrung ist die Turn-Oma die einzig gesetzte Athletin für die olympischen Sommerspiele. Und vier Jahre nach den Titelkämpfen in Peking will die 43 Kilogramm leichte Kunstturnerin bei der DM auch erstmals wieder im Mehrkampf an den Start gehen.

Ihren Paradesprung wird sie wie im üblichen olympischen Vierjahresrhythmus jedoch erst wieder in der britischen Hauptstadt präsentieren – ein Tsukahara mit doppelter Schraube. Ein Überschlag seitwärts mit einer Vierteldrehung und Salto rückwärts gehockt – mit der Schwierigkeit zweier weiterer eingebauter Schrauben. Doch auch ohne dieses Element wird das Düsseldorfer Publikum als eines der letzten einen tollen Wettkampf des Ausnahmetalents zu sehen bekommen. Zumal die übrigen Athleten sich die restlichen vier Plätze bei den Damen und fünf bei den Herren für die Olympischen Spiele erst noch erturnen müssen. So geht die gesamte Weltspitze am Wochenende an den Start. Darunter auch Aushängeschild und Reckspezialist Fabian Hambüchen, Vizeweltmeister sowie Titleverteidiger Philipp Boy und Titelverteidigerin Elisabeth Seitz. „Wir erwarten olympiareife Vorstellungen. Ich kann keinen Favoriten benennen. Außer Oksana am Sprung. Ansonsten werden Kleinigkeiten entscheiden“, so Nationaltrainerin Koch.

Samstag steigt ab 13 Uhr das Mehrkampffinale der Männer, ab 17 Uhr greifen die Frauen ins Geschehen ein. Sonntag starten die Gerätefinals ab 11.30 Uhr.

Mareike Scheer

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