Düsseldorf Giants wollen "in die Play-offs”
18.09.2008 | 12:14 Uhr 2008-09-18T12:14:00+0200Düsseldorf. Trainer Achim Kuczmann will mit den Giants in die Endrunde. Samstag gibt es die Premiere.
Es ist fast wie die in wenigen Sekunden gemessene Beschleunigung eines PS-starken Sportwagens von Null auf Hundert – plötzlich gibt es Erstliga-Basketball in Düsseldorf! Am Samstag starten die neuen Giants gegen die Köln 99ers in die Bundesliga. Rund 2100 Tickets sind bereits für das Match in Reisholz (Anwurf: 18.30 Uhr, Karl-Hohmann-Straße) abgesetzt.
Der Weg dahin war ein ungewöhnlicher, allerdings kein sportlicher. Die Bayer AG strich dem 14-maligen Meister Giants Leverkusen die finanzielle Unterstützung. Der Traditionsklub mit Manager Otto Reintjes an der Spitze musste sich eine neue Heimat suchen. Die fand man rund 22 Kilometer rheinaufwärts.
Vieles nahm man aus Leverkusen mit. Den namhaften Trainerstab mit Chefcoach Achim Kuczmann und „Co” Hansi Gnad gleich für drei Jahre. Mit Brendan Winters, in der vergangenen Saison bester „Dreier”-Schütze der Liga, dem wuchtigen Flügelspieler Brant Bailey sowie dem kampfstarken Aufbauspieler Gordon Geib konnten zudem drei Stammkräfte gehalten werden.
Beide Welten sind in einer Person vereint
Trotz der bekannten Gesichter wollen sich die Giganten als Düsseldorfer Team etablieren. Meistern soll diese Aufgabe der neue Geschäftsführer Claudio Di Padova. Der 31-Jährige vereint beide Welten in sich. Di Padova spielte einst im Leverkusener Nachwuchs, arbeitet und lebt aber seit mehr als einem Jahrzehnt in Düsseldorf.
Reintjes zog sich aus dem Tagesgeschäft zurück, wirkt neben den hiesigen Rechtsanwälten Alexander Schröder-Frerkes und Martin Schimke als Gesellschafter im Hintergrund.
Das Trio leistete zusammen mit Di Padova beachtliche Arbeit. Der Etat liegt mit 2,2 Millionen Euro immerhin im Mittelfeld der Liga. 400 Dauerkarten wurden verkauft. 200 Abos sicherten sich Fans aus Leverkusen. Besser läuft der Verkauf von teuren VIP- und Businessplätzen. Allein für das Duell gegen Köln wurden rund 500 verkauft. Ein zahlungskräftiger Namenssponsor für das Team wird noch gesucht. In drei bis fünf Jahren soll schließlich der Meistertitel her.
Sportlich ist das aktuelle Team eine Wundertüte. „Unser Ziel sind die Play offs”, sagt Kuczmann und peilt einen Rang unter den ersten Acht an. Wobei es hinter den übermächtigen Konkurrenten Berlin und Bamberg locker zwölf Teams gibt, die sich Endrundenchancen ausrechnen dürfen.
Bei der Zusammenstellung des Kaders griff Kuczmann vornehmlich auf US-College-Spieler zurück. Spielmacher soll aber Matt Lottich sein, der Osaka dreimal in Folge zur japanischen Meisterschaft führte. Neben Winters dürften nach den Eindrücken der Vorbereitung vor allem Pete Campbell und Marc Antonio Carter für Punkte sorgen.
Unter dem Korb scheinen die Giants etwas dünn besetzt. Trotz der „Abräumer” Bailey, Todd Hendley und Logan Kosmalski – die Konkurrenz wirkt physisch stärker. Was Kuczmann in Kauf nahm. Der 54-Jährige will einen auf schnelle Pässe und Abschlüsse ausgelegten Stil. Klappt's, gibt's attraktiven Offensiv-Basketball.
13:42
Man kann den Giants nur viel Glück und alles Gute wünschen. In jedem Falle eine tolle Bereicherung für den Sport in Düsseldorf.
Vielleicht können die etablierten Düsseldorfer Vereine, die seit Jahren nicht von der Stelle kommen, von den Giants etwas lernen....