Düsseldorf bei Winter Game "Eishockey-Hauptstadt Europas"

Stolz zeigten sich die Veranstalter des Winter Games.
Stolz zeigten sich die Veranstalter des Winter Games.
Foto: Bernd Lauter
Was wir bereits wissen
Das Winter Game in Düsseldorf ist auch das 206. Derby zwischen der DEG und den Kölner Haien. Auf die 50 000 Zuschauer wartet ein Duell auf Augenhöhe.

Düsseldorf.. Ehrfürchtig schauten sich die DEG-Eishockeycracks um – blickten einmal durch das weite, noch leere Arena-Oval. Um 17 Uhr betraten Kapitän Daniel Kreutzer und seine Teamkollegen gestern Nachmittag zum ersten Mal das Eis, das am Samstag zur großen Showbühne wird. In zwei Tagen steigt im Stockumer Stadion, wo sonst die Fortuna ihre Zweitliga-Fußballspiele austrägt, das 2. DEL Winter Game gegen die Kölner Haie vor rund 55 000 Zuschauern. „Man hat unmittelbar nach dem starken 4:3-Penaltysieg am Dienstagabend über Berlin gemerkt, wie sehr die Jungs sich darauf freuen, die Vorfreude auf das Event endlich ausleben zu können. Es ist einfach was ganz Besonderes, das zuvor noch keiner erlebt hat“, betont Cheftrainer Christof Kreutzer.

Gestern stand jedoch nur ein leichtes Einlaufen mit den Familien auf dem Programm des freien Mittwochs. Erst heute um 10 Uhr wird die Mannschaft erstmals eine Trainingseinheit auf der mobilen Eisfläche absolvieren. Und geht damit einen Tag früher auf den neuen, glatten Untergrund als die Domstädter.

Ohnehin sieht Coach Kreutzer keinen Nachteil darin, ein Heimspiel auf fremden Eis auszutragen, auf dem man nicht jeden Zentimeter kennt: „Wir waren während der Saison schon bei einigen Fortuna-Spielen um ein Gefühl für die Arena zu bekommen und uns an die große Atmosphäre zu gewöhnen.“ Zudem sind es die Rot-Gelben ohnehin gewohnt, auf der zweiten Eisbahn an der Brehmstraße zu trainieren und ihre Spiele im Rather Dome an der Theodorstraße zu bestreiten.

Rotthaus: "Ein nicht wiederkehrendes Highlight"

Eishockey Mehr als 49 000 Karten sind für das Sechs-Stunden-XXL-Freiluftspektakel bereits verkauft. Nur wenige hundert Zuschauer fehlen noch, um einen neuen Europarekord für Ligaspiele aufzustellen. Dieser liegt aktuell bei 50 000 Fans bei der Winter-Game-Premiere der Nürnberger im heimischen Stadion gegen die Eisbären Berlin. Die DEG hat sich daher einen besonderen Preis für den Käufer des 50 001. Tickets überlegt. „Dieser bekommt eine Reise ins kanadische Toronto geschenkt, mitsamt Eintrittskarten für ein NHL-Spiel der Maple Leafs“, erklärte Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus gestern Mittag beim großen Pressemeeting in der Arena.

Mehrere Kamerateams umlagerten ihn, ebenso wie DEG-Coach Kreutzer und seinen Gegenüber Niklas Sundblad. Ein Aufkommen, das im Eishockey höchsten Seltenheitswert genießt und die Strahlkraft des Events unterstreicht. „Es wird ein Gänsehautmoment werden. Wir sind voller Vorfreude, da es vermutlich ein nicht wiederkehrendes Highlight wird“, betont Rotthaus sogleich.

In der DEL-Tabelle trennt Düsseldorf und Köln nur ein Punkt

„Wir hatten zu Beginn des Jahres ein Luxusproblem bei der Entscheidung, wohin wir das Winter Game vergeben. Aber wenn man sich das alles hier anschaut, sieht man, dass wir die richtige Wahl getroffen haben“, betonte gestern auch DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Denn auch die Kölner hatten sich mit der Gelsenkirchener Arena für das Spektakel beworben – mit einem Duell gegen Krefeld. „ Allein der Gedanke an ein Derby Köln gegen Krefeld in der Arena auf Schalke war schon sehr lächerlich“, spottet daher DEG-Kapitän Daniel Kreutzer.

Zumal das 206. Derby der rheinischen Rivalen neben dem Spektakel um das Mando Diao-Konzert und ein Spiel der Legenden auch aus sportlicher Sicht einen heißen Kampf verspricht. In der Tabelle trennt die Teams gerade einmal ein Punkt, nachdem die Rot-Gelben am Dienstag wieder an den Kölnern auf den achten Rang vorbeigezogen sind. „Düsseldorf ist am Samstag die Eishockey-Hauptstadt von Europa. Man spürt die Euphorie mittlerweile in der ganzen Stadt und ich bin zuversichtlich, dass wir als Sieger vom Eis gehen werden“, bekräftigte Oberbürgermeister Thomas Geisel, der mit seiner ganzen Familie kommen wird.