„Dieses Spiel war ein Geschenk Gottes!“

Am Ende gingen die Emotionen mit Andreas Niederberger durch. Zehn Weltmeisterschaften hat der 51-Jährige auf dem Buckel, kämpfte bei vier Olympischen Spielen und feierte nicht zuletzt eine Handvoll Meistertitel mit der DEG, für die er von 1986 bis 1998 auflief. Eine geballte Ladung Routine also, so dass man folglich davon ausgehen könnte, dass einen wie Niederberger so schnell nichts aus der Fassung bringen kann. Bis auf die Kulisse im Rahmen des DEL Winter Games.

„Ich danke Gott dafür“, sprudelten die Gefühle aus Niederberger heraus, „dass ich so ein Spiel erleben durfte. Dieses Spiel war ein Geschenk Gottes!“ Besagtes Spiel im Vorprogramm ließ die goldenen Zeiten in den 90er Jahren der DEG und der Kölner Haie noch einmal aufleben. Beim Duell der Legenden tummelte sich auf beiden Seiten die summierte Erfahrung aus über 10 000 (!) Bundesligaspielen.

Natürlich hatten Haarwuchs und Schnelligkeit der Protagonisten im Vergleich zu damals gelitten, doch das tat dem Spiel keinen Abbruch.

Am Ende feierte die DEG einen vielumjubelten 3:1-Sieg gegen ihre ehemaligen Kölner Rivalen, doch es ging dabei längst nicht mehr so umkämpft zu, wie bei manch einer Derby-Schlacht in den 90ern. Im Gegenteil: Beide Mannschaften teilten sich sogar eine Kabine, drehten nach der Partie eine gemeinsame Ehrenrunde und kamen ohne Strafminuten aus.

Der Erfolg hatte dabei viele (vermeintliche) Väter. Ob Tote-Hosen-Frontmann Campino, der sich mit rot-gelber DEG-Krawatte an der Bandenseite von Walter Köberle für die Einstellung der Mannschaft verantwortlich zeichnete, oder Ex-DEG-Meisterspieler Mike Schmidt, der seine Teamkollegen am Vorabend in der Altstadt bestmöglichst vorbereitete, wie er grinsend verriet.

Dass die sportlichen Helden von damals nichts verlernt haben, stellte nicht nur Kölns Kult-Torhüter und ewige Nummer eins Peppi Heiß mit zahlreichen Paraden unter Beweis, sondern auch Tore Vikingstad, der die DEG in Führung schoss. Peter John-Lee per Solo und Ben Doucet auf Vorlage von Niederberger erhöhten zum Endstand. Der angesichts der Kulisse zur Nebensache geriet.