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Die zwei Gesichter der Düsseldorfer EG

06.02.2012 | 19:02 Uhr
Die zwei Gesichter der Düsseldorfer EG

Düsseldorf. Um sieben Uhr am Montagvormittag hob eine Maschine vom Lohausener Flughafen ab. Mit dem Ziel London-Heathrow. Mit an Bord: DEG-Trainer Jeff Tomlinson. Nach einer rund vierstündigen Wartezeit ging es um 11.40 Uhr von der britischen Metropole aus weiter nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina. Nach dem zweiten Flug musste der 41-jährige Kanadier noch rund 80 Kilometer mit dem Auto gen Westen fahren, um die Heimat seiner Familie in Siler City zu erreichen.

Neun Spiele verbleiben bis zu den Play-offs

Mehr als genug Zeit, um das vergangene Wochenende seiner Eishockeymannschaft Revue passieren zu lassen. Die wohl größte Erkenntnis: Die Rot-Gelben agierten in beiden Matches jeweils nur über zwanzig Spielminuten bei hundert Prozent. Die verbleibenden vierzig Minuten wurden verschlafen. Während es beim Tabellenvorletzten in Nürnberg am Sonntag noch zum zittrigen 3:2-Erfolg nach 3:0-Führung reichte, nutzten die Play-off-Konkurrenten aus Krefeld die Schwächephase der Rot-Gelben eiskalt aus. Es setzte eine 2:4-Niederlage.

Positiv: Nachdem die DEG zwei Gesichter gezeigt hatte, liegen die Kufenflitzer zur Länderspielpause mit 64 Punkten nur einen Zähler hinter dem Tabellensechsten Hamburg, dessen Position die direkte Viertelfinalqualifikation zur Meisterrunde bedeutet. Negativ: Die Hanseaten haben auch zwei Partien weniger absolviert.

Nach der Pause stehen nur noch neun DEG-Matches auf dem Programm. Ein Angriff auf das direkte Endrunden-Ticket ist greifbar nah. Bis Freitag haben die Puckjäger nun jedoch erst einmal frei.

Neben der Analyse und der Planung der Trainingseinheiten im Saisonschlussspurt hat Trainer Tomlinson weiteres gedankliches Gepäck mitgenommen. Eine Entscheidung über seine Zukunft steht noch aus. Bleibt der Coach bei den Rot-Gelben und ist Teil des Neuaufbaus? Sicher eine reizvolle Herausforderung. Oder steht ein Wechsel zu den Nürnberg Ice Tigers bevor, die mit aufgepepptem Etat und dem bereits verpflichteten DEG-Duo Reimer/Nowak die Titeljagd angehen wollen?

Tomlinson hat "nur ein Angebot, das der DEG"

„Aktuell habe ich nur ein Angebot, das der DEG. Mit Nürnberg hatte ich ein gutes Gespräch, mehr nicht“, betonte der Kanadier am Sonntag, bevor er sich mit seiner Mannschaft – einzig Simon Danner fuhr aufgrund des erlittenen Cuts mit dem Bus – ins feucht-fröhliche Getümmel des Sonderzuges mischte und fleißig mit den Fans philosophierte.

„Ich habe mitgezählt. Zweiundneunzig Mal wurde ich gefragt ob ich bei bleibe“, schmunzelt Tomlinson – geschmeichelt von soviel Zuneigung der Anhänger. Der Tenor an Bord des Sonderzuges war eindeutig: „Tommer, bitte bleib in Düsseldorf!“

Nun heißt es mindestens eine Woche abwarten. Spannender wird es dieser Tage um mögliche Verlängerungen im Kader. DEG-Manager Walter Köberle will Ben Gordon halten. Der Stürmer passt genau ins Anforderungsprofil: „Das Preis-Leistungsverhältnis ist mehr als stimmig. Ben gibt immer Vollgas“, so Köberle. Der Angreifer könnte schon bald als dritter Mann neben Kapitän Kreutzer und Torsteher Goepfert im Kader der Saison 2012/13 stehen.

Mareike Scheer

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