Die "Maschinerie Alba" kam erst spät ins Laufen
05.04.2010 | 13:42 Uhr 2010-04-05T13:42:00+0200
Düsseldorf. Die Düsseldorf Giants hatten den Spitzenreiter Alba Berlin beim 73:79 am Rande einer Niederlage. Aber Berlins individuelle Klasse gab den Ausschlag.
Es war schon etwas später am Samstagabend, als Brendan Winters frisch geduscht aus der Umkleidekabine der Spielstätte an der Karl-Hohmann-Straße gestapft kam und mit einem Seufzer seine Sporttasche zu Boden feuerte. „Es ist die Geschichte dieser Saison, dass wir gut spielen, am Ende aber nicht in der Lage sind einen Weg zum Sieg zu finden“, fluchte der Shooting Guard der Giants. Die abstiegsgefährdeten Giganten hatten vor 3148 Zuschauern in der Basketball-Bundesliga gegen Spitzenreiter Alba Berlin gut mitgehalten, unterm Strich stand aber wie so oft eine knappe Niederlage. 73:79 (21:21, 42:42, 57:55) hieß es am Ende gegen den Liga-Primus, dessen individueller Klasse sich die Giants erst am Schluss beugen mussten.
So entstand eine emotionale Gemengelage zwischen Stolz und Frust. „Ich bin nicht unzufrieden. Andere haben gegen Alba schon schlechter ausgesehen“, resümierte Cheftrainer Hansi Gnad. Der trauerte allerdings auch vergebenen Gelegenheiten in der Schlussphase der Partie hinterher. „Da hat Brant Bailey einige Würfe nicht getroffen, die er zuvor noch reingemacht hat“, haderte Gnad. „Und wenn T. J. Carter den Dreier reinmacht, kippt das Spiel.“
Carter hatte rund 24 Sekunden vor Schluss beim Stand von 70:75 aus der Distanz Maß genommen, aber nur den Ring getroffen. „Ich hatte freie Sicht. Den muss ich treffen“, ärgerte dieser sich später.
Die Partie war erst kurz zuvor im Verlauf des Schlussviertels zugunsten des Favoriten gekippt, als neun Punkte in Folge der Nationalspieler Lucca Staiger und Steffen Hamann Berlin mit 64:61 in Führung brachten. „Wir haben zwei, drei Würfe in dieser Phase nicht getroffen und dann fängt die Maschinerie Alba an zu laufen“, so Gnad.
Zuvor hatte sich ein Duell auf Augenhöhe abgespielt. Weil der Tabellenführer nach dem Erfolg im Eurocup-Viertelfinale gegen Jerusalem am Mittwoch nicht mit allerletzter Konzentration agierte, die Giants wiederum ihre beste Defensivleistung der Saison zeigten. Ständig wechselnde Verteidigungssysteme stellten Alba immer wieder vor Rätsel.
Nach der Halbzeitpause trumpften die Gastgeber ganz groß auf, ließen fast sechs Minuten lang nur einen Gäste-Treffer zu und zogen auf 55:44 davon. Während das zwar über die ganze Spielzeit durchgehend, aber nur selten lautstark anfeuernde Publikums eher staunend zuschaute, hüpften da Brant Baileys Eltern Michael und Enith auf der Tribüne vor Begeisterung wie Flummis auf und ab.
Die Gäste jedoch ließen sich nicht nervös machen. „Da haben wir den Kopf nicht verloren, sondern sind mit konstanter Defensivarbeit zurück gekommen“, freute sich Alba-Trainer Luka Pavicevic.
Gnad konnte doch noch Tröstliches aus der Pleite ziehen: „Wir spielen ganz anders als noch vor ein paar Wochen. Das wird sich auszahlen.“
Giants - Alba Berlin 73:79 (21:21, 42:42, 57:55)
Giants: Winters (20), Bailey (18), Taylor (15), Carter (11), Walker (5), Geib (2), Whiting (2), Archibong, Cox, T. Spöler, B. Spöler, Goddek.
Berlin: Byars (18), Wright (17), Chubb (12), McElroy (12), Dojcin (8), Hamann (7), Staiger (3), Sekulic (2), Zwiener, Nalga, Seiferth.
Zuschauer: 3148.
Wurfbilanz: Giants 26 von 61, Berlin 24 von 48.
Freiwürfe: Giants 11 von 14, Berlin 22 von 31.
Rebounds: Giants 34, Berlin 30.
08:32
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