Die Helden der goldenen Generation

Der Champagner sprudelte in Strömen an diesem 31. März 1992. Hoch oben triumphierte Hans Zach auf den Schultern seiner Spieler, die ihren Meistertrainer zu einer feucht-fröhlichen Ehrenrunde über das zerfurchte Eis an der Brehmstraße trugen. Die Hand zur Siegerfaust geballt und gen Stadiondecke gereckt, kosteten der damalige Trainer der DEG und seine Schützlinge jede Sekunde dieses Moments aus. Mit dem 6:2-Triumph über den damaligen Dauerrivalen aus Rosenheim hatten sie ein Stück Eishockey-Geschichte geschrieben. Für die Düsseldorfer war es nach 1990 und 1991 die dritte Deutsche Meisterschaft in Serie. „Wir haben uns unsterblich gemacht“, jubilierte Zach. Der Titel-Hattrick war ein Kunststück, das seit dem 1981 eingeführten Play-off-Modus zuvor nur einem anderen Klub gelungen war, den Kölner Haien (1986 bis 1988).

Im Spiel der Legenden lassen die Meister-Helden von damals die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte heute noch einmal aufleben. Natürlich im Derby-Duell gegen ihre einstigen Kölner Rivalen. Angeführt wird die DEG dabei selbstverständlich von Meistertrainer Hans Zach.

Der heute 65-jährige Bad Tölzer formte damals aus überragenden Einzelspielern eine Mannschaft, deren Zusammenhalt insbesondere in Drucksituationen wie in den Play offs den Ausschlag geben sollte. Einer von ihnen war Dieter „Didi“ Hegen. Mit 49 Saisontoren schoss er die DEG damals zum Titel-Hattrick. Der Goalgetter ließ seinen Torinstinkt vor allem in den Play offs an der Seite seines Sturmpartners Gerd Truntschka aufblitzen. Die sportliche Gegenwart sah für den 52-Jährigen, der zu seiner aktiven Zeit mit Größen wie Kühnhackl und Kießling in einem Atemzug genannt wurde, zuletzt weniger glanzvoll aus. Nach 14 Niederlagen in Serie wurde er Mitte November vergangenen Jahres als Sportlicher Leiter beim ESV Kaufbeuren beurlaubt.

Eine Köln-Düsseldorfer-Vergangenheit hat auch DEG-Meisterverteidiger Uli Hiemer vorzuweisen, der wegen seiner brachialen Schussgewalt gefürchtet war. Wenn der Allgäuer von der Blauen Linie
den Puck nicht selten mit über 140 Stundenkilometern gen Tor drosch, gingen Freund und Feind in Deckung. Es war ein Glück für die DEG, dass Hiemer nach drei Jahren in der NHL an der amerikanischen Ostküste seine Zelte in New Jersey abbrach und sein Comeback in der Bundesliga gab. Denn der Mann mit dem satten Schuss hatte großen Anteil daran, dass an jenem Abend im März 1992 der Champagner sprudelte.


Die Legenden-Teams in der Übersicht:
DEG

Torhüter: Andrej Trefilov, Carsten Gossmann. Abwehr: Uli Hiemer, Andreas Niederberger, Rick Amann, Robert Sterflinger, Mike Schmidt, Torsten Kienass, Martin Ulrich.
Angriff: Chris Valentine, Peter-John Lee, Ben Doucet, Bobo Kühnhauser, Dieter Hegen, Andreas Brockmann, Bernd Truntschka, Wolfgang Kummer, Tore Vikingstad, Rainer Zerwesz, Lorenz Funk.
Trainer: Hans Zach.


Kölner Haie
Torhüter:
Peppi Heiß, Christian Helber. Abwehr: Andreas Renz, Jörg Mayr, Carsten Mende, Werner Kühn, Andreas Pokorny, Herbert Hohenberger, Tom Thornbury.
Angriff: Thomas Brandl, Uli Liebsch, Ronny Reddo, Stefan Mann, Markus Jocher, Tino Boos, Dave McLlwain, Jozef Stümpel, Udo Schmid, Helmut Steiger. Trainer: Hardy Nilsson.