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Die Gläubiger stehen bei den Baskets Schlange

25.10.2012 | 23:25 Uhr
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Die Gläubiger stehen bei den Baskets Schlange
Baskets-Trainer Murat DidinFoto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Nach NRZ-Informationen liegen gegen die Baskets rund zehn Zwangsvollstreckungsaufträge vor. Die Liga droht für diesen Fall mit endgültigem Lizenzentzug. Baskets-Trainer Murat Didin war sich bereits vor der Saison der angespannten Finanzsituation bewusst.

Die vorläufige Bilanz liest sich fast makellos: Acht Punkte aus den ersten fünf Spielen bescheren den Basketballern der Baskets einen Platz an der Sonne in der Zweitliga-Tabelle. Ob es Jürgen Hoffmann mit der Mannschaft von Trainer Murat Didin hält, ist nicht belegt. Dennoch ist der Mann über die Zahlen der Korbwerfer bestens im Bilde. Als Gerichtsvollzieher ist er im Auftrag von Gläubigern unterwegs. Auch die Nürnberger Straße in Reisholz gehört zu seinem „Kundengebiet“. Die Geschäftsstelle der Baskets, an der noch immer das Leuchtschild von Namensvorgänger Giants hängt, dürfte von ihm in letzter Zeit bevorzugt aufgesucht worden sein.

Amtsgericht bestätigt Anträge

„Uns liegen gegen die Baskets rund zehn Zwangsvollstreckungsaufträge vor“, bestätigte Stefan Coners, Sprecher am Düsseldorfer Amtsgericht, gestern auf NRZ-Anfrage. Ein Umstand, der bei den Verantwortlichen der zweiten Bundesliga am Abend auf reges Interesse stieß. „Von diesen Zwangsvollstreckungsaufträgen wurde die Liga nicht in Kenntnis gesetzt“, sagte Hansjörg Tamoj. Dabei hätte es der Vorstandsvorsitzende der Zweitliga-Arbeitsgemeinschaft besser wissen müssen. Wenn man ihn denn informiert hätte.

Schließlich spielen die Baskets seit dem zwischenzeitlichen Lizenzentzug auf Bewährung. Nach einem außergerichtlichen Vergleich mit der Jungen Liga muss Trainer und Geschäftsführer Murat Didin attestierte Berichte über die Finanzlage des von ihm im Alleingang geführten Klubs vorlegen.

Auszüge aus der Post von Gerichtsvollzieher Hoffmann scheinen die Ligazentrale bislang jedoch nicht erreicht zu haben. Was weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen könnte. „Wir werden der Sachlage unverzüglich nachgehen“, betonte Hansjörg Tamoj, „sollten die Baskets durch die Zwangsvollstreckungsaufträge von ihrem Finanzplan in irgendeiner Art und Weise abweichen oder die gemachten Angaben nicht stimmen, wird sich der Verein ernsthafte Gedanken um seine Lizenz machen müssen!“

Inzwischen scheinen die Gläubiger Schlange zu stehen. Einer von ihnen ist Mark Kühn. Der ehemalige Vereinssprecher hatte erfolgreich vor dem Arbeitsgericht auf Zahlung von vier ausstehenden Monatsgehältern geklagt.

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1,2 Millionen Euro für die Baskets?

Düsseldorf. Wer hat da an der Uhr gedreht? Eine Dreiviertelstunde lang ließ Murat Didin gestern Mittag auf sich warten. Dafür hatte der Trainer und...

Nach Erhalt des schriftlichen Urteils hätten die Baskets binnen einer Woche entweder zahlen oder Einspruch einlegen müssen. Nichts passierte. Am Dienstag klagte Kühn auch noch sein ebenfalls ausstehendes September-Gehalt ein. Insgesamt geht es nun um einen fünfstelligen Betrag. Gerichtsvollzieher Hoffmann dürfte wohl schon bald wieder an der Nürnberger Straße klingeln.

Dort sehnt man indes ganz anderen Besuch herbei. Erst vor Wochenfrist verkündete Murat Didin wie berichtet die vermeintlich frohe Kunde, einen 1,2 Millionen Euro schweren Hauptsponsor für den Verein gefunden zu haben. Jener Gönner, der auf eigenen Wunsch namentlich noch nicht in Erscheinung treten möchte, soll den Basketballern für drei Jahre rund 400 000 Euro pro Saison in Aussicht gestellt haben. Allein, es fehlt noch die Unterschrift. Letztere soll in spätestens drei Wochen erfolgen, so Didin.

Didin war sich der angespannten Finanzsituation bewusst

Angesichts der aktuellen Finanzlage würde der vermeintliche Gönner keinen Tag zu früh die Geldbörse öffnen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob der Sponsor nicht auf der Zielgeraden noch einen Rückzieher macht. Wie schon so manch verheißungsvoll angekündigter Baskets-Geldgeber vor ihm.

Baskets-Trainer Murat Didin war sich bereits vor der Saison der angespannten Finanzsituation bewusst. Der 57-jährige Türke brachte immer wieder neue, vermeintliche Sponsoren ins Spiel. Handfeste Abschlüsse ließen sich in den ersten beiden Heimspielen jedoch weder an den alten Werbebanden, noch der blanken Trikotbrust ablesen. Es wird Zeit, dass die Baskets nicht nur sportlich, sondern auch finanziell starke Zahlen vorlegen.

Marcus Gülck

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