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Deutsche Eishockey-Liga

Die DEG am Scheideweg

17.12.2012 | 22:00 Uhr
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Die DEG am Scheideweg

Düsseldorf.   Der achtmalige Deutsche Meister DEG hat den sportlichen Anschluss in der Deutschen Eishockey-Liga verloren – einen Neustart wie 1998 in Liga zwei schließt Manager Walter Köberle aber aus.

21 Niederlagen in 29 Spielen. Ein Torverhältnis von 64:103. Dazu die jüngste 2:5-Niederlage beim Tabellenvorletzten! Die DEG hat in der Deutschen Eishockey-Liga den Anschluss an das untere Klassement endgültig verloren. War am Sonntagabend im Kellerduell bei den Grizzly Adams aus Wolfsburg über weite Strecken chancenlos. Trainer Christian Brittig betonte nach der Partie: „Wir sind zum ersten Mal so aufgetreten, wie das vor der Saison von uns erwartet wurde.“

Seinem Team die Tauglichkeit für die höchste Spielklasse abzusprechen, hält Manager Walter Köberle dennoch für unangemessen. „Wir haben schlecht gespielt, das ist keine Frage. Aber da gab es schon ganz andere Ergebnisse und wir haben uns nicht einmal abschlachten lassen“, so der Sportliche Leiter. Im Vorjahr waren die Nürnberg Ice Tigers beispielweise mit 2:8 gegen den ERC Ingolstadt unter die Kufen geraten und standen ebenso wie die Hannover Scorpions trotz eines Top-Teams und größeren finanziellen Mitteln abgeschlagen am Tabellenende.

Das junge Team der DEG hat es schwer, konkurrenzfähig zu sein

„Ich sehe die Situation noch nicht als dramatisch. Wenn wir endlich einmal komplett sind, werden wir auch wieder punkten“, verbalisiert Köberle Durchhalteparolen. In der Tat ist die DEG mit einem Altersdurchschnitt von 23,85 Jahre das jüngste Team der Liga. Bei optimalen Voraussetzungen wäre man konkurrenzfähig. Unter normalen Bedingungen und Woche für Woche hat die mit vielen Nachwuchskräften gespickte Mannschaft jedoch starke Schwierigkeiten, mit der Gegnerschaft mitzuhalten.

So standen die Rot-Gelben gegen Tabellenführer Kölner Haie beim 2:3 nach einer 2:0-Führung vor einer Überraschung. Hatten bei diesem Kraftakt jedoch scheinbar zu viele Körner liegen gelassen und gingen zwei Tage später dann im Kellerduell in Wolfsburg unter.

Ist die DEG am sportlichen und finanziellen Scheideweg angelangt?

Noch erreicht die Mannschaft mit ihrem leidenschaftlichen Kampfgeist ihre Anhänger. Noch honorieren die Fans die Rückkehr zu alten Tugenden des Sports – trotz ausbleibenden Erfolges. Im Schnitt kamen bislang 5105 Zuschauer zu zwölf Heimspielen in den Rather Dome. Damit liegt der Klub im Soll. Doch auf der Sponsorenebene lassen sich ohne Erfolg schlechter potenzielle Gönner auftreiben. Noch immer fehlen rund 2,4 Millionen Etat-Euro für die nächste Spielzeit.

Die DEG am Scheideweg? Eine Rückzug aus der DEL kommt dennoch (bisher) nicht in Frage. Eine Konsolidierung der finanziellen Lage mit einem Umweg über das Eishockey-Unterhaus, wie von 1998 bis 2000, ist daher kein Thema. Auch, wenn man dort mit einem Etat von 1,5 bis zwei Millionen Euro, also nur der Hälfte des aktuellen Budgets, schon unter den Top-Sechs stehen würde.

DEG-Manager Köberle: "Ziel ist die DEL!"

Doch auch dieses Geld müsste erst einmal aufgebracht werden. Zumal die ESBG derzeit keinen zentralen Vermarktungsvertrag mit einem TV-Partner besitzt. Die Werbeplattform für Sponsoren wäre noch deutlich geringer als im Oberhaus. „Unsere Ausrichtung kennt nur ein Ziel: Die DEL! Da gibt es keine andere Option. Das ist wichtig für den Verein und vor allem für den Nachwuchs, der aktuell so stark gefördert wird wie noch nie“, betont Manager Köberle. Der zudem genau weiß, dass vor allem auch der sportliche Anreiz ohne Auf- und Abstieg fehlen würde.

Übrigens: Stürmer Manuel Strodel fällt nach einem harten Check im Köln-Spiel mit zwei Bänderrissen in der Schulter rund vier Wochen aus . Und ist damit der fünfte langfristige Verletzte. Hingegen wird Verteidiger Thomas Gödtel am Freitag gegen Nürnberg (19.30 Uhr, Dome) nach überstandenen Rückenproblemen wieder mitmischen.

Mareike Scheer

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