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2. Basketball-Bundesliga

Didin sucht die mentale Stärke

09.01.2012 | 20:19 Uhr
Didin sucht die mentale Stärke

Düsseldorf. Basketball zählt zu jenen Sportarten, die sich auch treffend über Statistiken erklären lassen. Es wird viel gezählt, gelistet und ausgewertet. Giants-Cheftrainer Murat Didin macht da natürlich keine Ausnahme. Nach der 59:62-Heimblamage gegen die BG Karlsruhe am Sonntagabend und dem Verlust des achten Play-off-Platzes an die parallel siegreichen Heidelberger hatte Didin die beiden schlimmsten Zahlen seiner Crew umgehend parat.

„Wir produzieren die meisten Ballverluste der Liga und dazu die wenigsten Punkte in der Offensive“, betonte der Trainer und Geschäftsführer in Personalunion den ungesunden Statistik-Mix. Im Schnitt gibt es in der laufenden Zweitliga-Saison nur 72,3 Giants-Punkte. Dafür aber pro Match gleich 16 Ballverluste. Einer mehr, 17 Turnovers gegen die Badener, mündeten schließlich in die fünfte Schlappe in Folge. Und Rang neun.

Platz acht würde reichen

Vom hehren Ziel, umgehend in die BBL zurückzukehren, kann keine Rede mehr sein. Auch wenn natürlich Platz acht ausreichen würde, um ins Play-off-Viertelfinale zu kommen. Und von dort aus das Endspiel erreichen zu können. Beide Finalteilnehmer würden den Erstliga-Sprung schaffen.

Die aktuellen Leistungen sprechen allerdings nicht dafür, dass die Giants auch nur einen Gegner in den Play offs aus dem Weg räumen würden.

„Als es um mentale Stärke ging, haben wir schlecht ausgesehen“, sagte Didin nach dem Karlsruhe-Match. Natürlich mit Blick auf die leichten Ballverluste, die sich in der Endphase Philipp Friedel und besonders Larry Hall geleistet hatten. Mehr als einmal war dem Point Guard nahezu unbedrängt der Ball aus den Händen ins Seitenaus geflogen.

Dabei hatte der 28-jährige US-Amerikaner im Hallenheft der Gastgeber noch seinen tätowierten linken Arm fotogen in die Muskelbeuge gedrückt. Und getönt: „Kein Team ist besser als wir!“

Das Selbstbewusstein spiegelt sich auf dem Parkett derzeit nicht wider. Bei Tabellenführer Mitteldeutscher BC fehlte am Freitagabend beim 68:70 ein wenig Fortune. Fast die gesamte Spielzeit über hatten die Blau-Hemden im Duell der Ex-Bundesligisten geführt.

In Kirchheim hatten die Giants zuvor einen 14-Punkte-Vorsprung in den letzten acht Spielminuten vergeigt. Endstand: 71:77 beim aktuellen Tabellenzweiten!

„Gegen Jena“, gibt Didin zu, „waren wir durchgängig nicht gut.“ Die 66:80-Enttäuschung vor eigenem Publikum in Reisholz hatte ihre Berechtigung. Der Trainer denkt allerdings mit größerem Schrecken daran zurück, wie seine Werfer einen 24-Zähler-Vorsprung beim einstigen Bundesliga-Konkurrenten in Paderborn noch in den Sand gesetzt und 63:70 verloren hatten.

Spieler auf die Couch?

Müssen einige Spieler auf die Couch? Sollte das System nicht zu sehr auf den Schultern des dauerbeschäftigten Aubrey Reese lasten? Oder brauchen die Giants gar einen Cheftrainer, der auch jeden Tag in der Halle den Übungsleiter macht? Und nicht, wie Didin, als Geschäftsführer im Zweitjob desöfteren zu Sponsorengesprächen im Heimatland Türkei weilt. Wie auch in den nächsten Tagen wieder, wie zu hören war.

Vier Spielerlizenzen kann Didin bis Ende Februar noch maximal vergeben. Ob er das nötige Kleingeld zusammen bekommt, ist nicht sicher. Ende des vergangenen Jahres machten schließlich wieder Gerüchte die Runde, die Giants seien bei dem einen oder anderen Werfer im Zahlungsverzug.

Michael Ryberg

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