Eishockey : Tigers bissen DEG: Drei Siegesserien gerissen!

Düsseldorf. Im Heimspiel gegen Nürnberg gab es eine verdiente 3:4-Niederlage für die DEG. Gäste-Neuzugang Schultz entschied die umkämpfte Partie im Dome.
Gleich drei rot-gelbe Siegesserien waren Freitag Abend in der 53. Spielminute im Dome zerschossen. Das schwächste Powerplay-Team der Deutschen Eishockey-Liga hatte da die beste Unterzahlformation zum zweiten Mal im vierten Versuch überwunden. Nach dem nicht unverdienten 3:4 (1:1, 0:2, 2:1) endete für die DEG eine Acht-Siege-Strecke gegen die Nürnberg Ice Tigers. Dazu sind nun sieben Heimerfolge am Stück und sechs DEL-Gewinnmatches seit dem 30. Dezember nicht länger statistischer Glanz. Die nur 4420 Zuschauer im Dome feierten ihre Schützlinge trotzdem. Für eine kämpferisch wieder einwandfreie Leistung.
Den DEG-Fehlstart nach knapp zweieinhalb Minuten hatte Keeper Jean-Sebastien Aubin mitverschuldet. Vierte-Reihe-Rechtsaußen Fischhaber überraschte Aubins zu langsame Fanghand mit einem Winkelschuss. Es war erst der zweite Saisontreffer des 19-Jährigen.
Kaufmanns Ausgleich im Konter war prächtig von Joseph vorbereitet. Eine DEG-Führung zur ersten Pause war dicke drin. Reimer traf die Latte (13.), Courchaine per Direktabnahme nur den Pfosten (19.).
Strafen gegen Reid und Holzer brachten die Gastgeber zu Beginn den zweiten Durchgangs in eine 3-5-Unterzahl. Das nutzten die Franken blitzschnell. „Wir hatten uns vorgenommen, möglichst schnell einen Schuss abzugeben und druckvoll nachzusetzen. Das ist voll geglückt“, stellte Gäste-Trainer Andreas Brockmann hinterher zufrieden fest. Brad Leeb staubte einen Pfostentreffer von Verteidiger Leask ab. Beim 1:3 sah Keeper Aubin wieder nicht gut aus. Spangs Schieber in die linke Torecke schien haltbar.
Trotz einer positiven Schussbilanz von 13:5 hatte die DEG im Mitteldrittel kaum wirkliche Torgefahr entfacht. Ein Maskentreffer gegen Tigers-Torsteher Ehelechner war da schon fast der größte Aufreger. Außer einem kurzzeitigen Brummschädel diagnostizierte der eilig über das Eis flitzende DEG-Teamarzt Ulf Blecker aber nichts Dramatisches.
Eine ähnlich mitreißende Spielwende wie am vergangenen Dienstag gegen Ingolstadt (fünf Tore in 7:48 Minuten beim 5:2-Sieg) deutete sich im Schlussdrittel an. Kapitän Kreutzer brachte eine Collins-Vorarbeit nach nur zwölf Spielsekunden ins Ziel. Es fiel sogar wenig später der Ausgleich. Josephs 3:3, ein feiner Halbdistanztreffer, war allerdings glücklich. Trotz des uneingeschränkten Vorwärtsgangs, den Coach Kreis seinen Rothemden nun verschrieben hatte.
Nürnberg hatte schließlich beste Chancen, den Sack zeitig zuzumachen. Aubin machte seine leichten Patzer bei diversen Eins-gegen-Eins-Situationen mehr als wett. Machtlos war der Montrealer dann sieben Minuten vor Schluss. Neuzugang Schultz (zuletzt IF Björklöven/zweite Liga Schweden) fälschte bei seinem Debütmatch einen Weitschuss von Verteidiger Albers zum Sieg ins Netz ab.
„Wir waren sehr diszipliniert in allen Bereichen und haben die DEG gut unter Druck gesetzt“, lobte Nürnbergs Cheftrainer Brockmann, ein ehemaliger DEG-Meisterangreifer, seine Cracks. Kollege Harold Kreis erkannte den gerechten Gästesieg neidlos an: „Die Ice Tigers haben frischer gewirkt und besser gespielt.“
DEG - Nürnberg 3:4
DEG: Aubin; Traverse, Bazany; Holland, Holzer; Harrington, Nowak; Kreutzer, Collins, Reimer; Courchaine, Reid, Murphy; Kaufmann, MacDonald, Joseph; Hofland, Tutschek, Hinterstocker.
Schiedsrichter: Piechaczek (EHC „Die Eisheiligen“ Finning).
Zuschauer: 4420.
Tore: 0:1 (2:26) Fischhaber (Keller, Ondruschka), 1:1 (6:36) Kaufmann (Joseph, Holland), 1:2 (20:19) Brad Leeb (Leask, Peacock/5-4-Überzahl), 1:3 (26:12) Spang (Chouinard, Schultz), 2:3 (40:12) Kreutzer (Collins, Bazany), 3:3 (46:01) Joseph (Kaufmann), 3:4 (52:29) Albers (Chouinard, Schultz/5-4).
Strafminuten: DEG 8, Ice Tigers 6.
Beste DEG-Spieler: Traverse (5 Punkte), Kaufmann (3), Kreutzer (1).





DerWesten-Sport
























Thorsten Schmugge









