DEG legt ihren Krefeld-Fluch ab

Was wir bereits wissen
Im Derby-Krimi schoss Mannschaftskapitän Daniel Kreutzer sein Team nach elf Niederlagen in Serie gegen die Pinguine zum 3:2-Sieg.

Düsseldorf. Die DEG hat ihrem Trainer am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Herzenswunsch erfüllt. Christof Kreutzer hatte es in dieser eigentlich untypischen Deutlichkeit gesagt: „Ein Sieg gegen Krefeld liegt mir schon besonders am Herzen.“ Das war aus vierfachem Grund nur allzu verständlich. Zum einen hatte die DEG schier unglaubliche elf Mal in Folge gegen diesen Angstgegner verloren, zum anderen handelt es sich um einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Play-offs. Zudem ist die Rivalität zwischen den rheinischen Rivalen ziemlich ausgeprägt. Und schließlich ist Kreutzer in Krefeld geboren, was er überhaupt nicht gerne hört und zu leugnen versucht, wenn er ausdrücklich sagt: „In Uerdingen.“ All das waren gute Gründe, um zu dem Schluss zu kommen: die Pinguine sind reif.

Turnbull in die zweite Reihe

„Wir versuchen immer, uns zu verbessern“, hatte Trainer Christof Kreutzer gesagt. „Dazu gehört auch, dass wir den Gegner studieren und gegebenenfalls entsprechend reagieren.“ Der Coach beorderte daher wie schon bei den Auswärtssiegen in München (3:2) und Schwenningen (3:1) Travis Turnbull in die zweite Reihe zu beiden Norwegern Ken Olimb und Andreas Martinsen und stärkte diese Formation, was er in Überzahl meist getan hatte. Das taktische Konzept schien auch diesmal von Beginn an aufzugehen. So lag die DEG nach dem ersten Drittel nicht unverdient mit 1:0 in Führung. Rob Collins hatte ein mustergültiges Zuspiel von Shawn Belle verwertet. Wenig später hatte Ken Olimb eine weitere gute Chance, doch mehr waren es auch nicht.Nur gut, dass die DEG eine starke Defensivleistung bot, allen voran der erneut überragende Torhüter Tyler Beskorowany. Der Keeper parierte selbst Schüsse, die die Unparteiischen nicht mehr mit bloßem Auge sahen und deshalb in der 15. Minute erst nach Videobeweis urteilten – kein Tor für Krefeld.

Auch im Mittelabschnitt änderte sich das Bild nicht. Die Krefelder waren überlegen, auch weil sie oft in Überzahl agieren durften – in der 25. Minute sogar 67 Sekunden lang mit zwei Spielern mehr. Doch die DEG stand auch in Unterzahl gut und hatte eben diesen Teufelskerl Beskorowany zwischen den Pfosten, der bei Vasiljevs Hammer ans Lattenkreuz (27.) das Glück des Tüchtigen hatte. Die Krefelder hatten aus sechs Strafzeiten kein Kapital schlagen können. So passte es zu dem abgeklärten Spiel der Düsseldorfer, dass sie ihre erste Gelegenheit in Überzahl zum 2:0 nutzten. Ken Olimb verwertete diesmal seine Chance. Mit diesem Vorsprung ging es ins Schlussdrittel.

Der frühe Anschlusstreffer der Gastgeber durch Joel Perrault in Überzahl – Jakub Ficenec hockte wieder auf der Strafbank – sorgte noch einmal für Spannung. Da wurden Erinnerungen an den ersten Vergleich im König-Palast im Oktober wach, wo die DEG sich auf dem Weg zu Sieg wähnte und dann doch noch 2:3 nach Verlängerung verlor. Tatsächlich glückt Marcel Müller der Ausgleich und vieles deutete auf eine erneute Verlängerung hin. Doch 48 Sekunden vor Schluss fasst sich Daniel Kreutzer auf Zuspiel von Ficenec ein Herz und hämmert den Puck ins Netz. Dass der DEG-Kapitän seinen Bruder an der Bande auf diese Weise glücklich macht und sich selbst mit seinem 250. Treffer beschenkt, ist einfach eine wunderbare Geschichte, wie sie der Sport schreibt – passend zu Weihnachten.