DEG hofft auf Reimer gegen Ingolstadt
22.02.2012 | 19:01 Uhr 2012-02-22T19:01:00+0100
Düsseldorf.Spielt er am Freitagabend gegen den Tabellenzweiten ERC Ingolstadt (19.30 Uhr, Rather Dome) oder spielt er nicht? Eine kleine Resthoffnung dürfen die DEG-Anhänger offenbar noch haben. Heute um 18 Uhr wird sich die Disziplinarkommission der Deutschen Eishockey-Liga in Köln mit jener obszönen Stockgeste befassen, die Nationalspieler Patrick Reimer beim 2:3 gegen die Augsburger Panther am Sonntag eine Matchstrafe beschert hatte.
DEG-Manager Walter Köberle hat bei der DEL den Denkanstoß hinterlassen, die regelkonforme Strafe von „zwei bis acht Spielen Sperre“ plus Geldstrafe in einen angemessen höheren Obulus umzuwandeln. Der dann einem sozialen Zweck zugutekommen soll.
500 Euro Strafe pro Spiel Sperre sind ein üblicher Rahmen, den ein Übeltäter bei einer Matchstrafe zusätzlich zu berappen hat. 1000 bis 4000 Euro dürften also locker im Raum stehen, die Reimer für seine unanständige Stockarbeit bezahlen würde.
Strafe durch Tomlinson
„Patrick hat weder jemanden verletzt, noch den Spielausgang beeinflusst und sich für seine Tat ja auch schon öffentlich reuig gezeigt“, argumentiert Köberle. Mal sehen, ob die DEL-Entscheider auf den sicher vernünftigen Vorschlag anspringen. Ähnliche Vergehen, die in Matchstrafen mündeten, waren in der Vergangenheit schließlich verdammt rar gesät.
Einer internen Strafe wird Reimer sicher nicht entgehen. „Er weiß, dass wir uns noch etwas einfallen lassen werden“, erklärte Trainer Jeff Tomlinson gestern. Der grübelt, wie berichtet, immer noch darüber, das neue Einjahresangebot der DEG anzunehmen. Für den Coach wäre die Zusage zumindest finanziell offenbar eine sichere Sache. „Selbst wenn wir widererwartend in der neuen Saison nicht spielen, würde Jeff sein Geld bekommen“, sagt Manager Walter Köberle.
Ob Tomlinson der sportliche Reiz, eine personell geschwächte Mannschaft in die Play off zu bringen, dazu ausreicht? Der Kanadier erbat sich jedenfalls weitere Bedenkzeit in ungenannter Tageszahl. Köberle gestattete sie ihm. Was für ein gutes Innenverhältnis spricht. Und ein weiteres Zeichen dafür ist, dass der Olympia-Bronzegewinner von 1976 gern den Kanadier hinter der Bande einer sicher verjüngten Mannschaft sehen würde: „Jeff ist unser Wunschkandidat!“
Gordon geht nicht auf das Angebot von Köberle ein
Ob dann Ben Gordon weiter dabei ist? Gestern Nacht endete die von Köberle gesetzte Frist, sich für oder gegen das verbesserte DEG-Angebot für die neue Saison zu entscheiden. Ex-Meisterspieler Köberle ist der Gordon-Diskussion überdrüssig. Weil dessen Berater Barney Harris, der auch DEG-Nationalspieler Evan Kaufmann vertritt, allzuviele Pokerrunden einstreut. „Das ist ja fast schon so wie auf dem Basar“, sagt Köberle. Gibt es kein Grünes Licht von Gordon, zieht Köberle sein letztes Angebot zurück.
Die 2. Eishockey-Bundesliga dürfte für die DEG ein interessantes Feld werden, wenn es um die Besetzung der Mannschaft für die neue Saison geht. Offenbar steht der gebürtige Düsseldorfer Yannik Woidtke (20) vor der Rückkehr an den Rhein. Der U-20-Nationalspieler, derzeit in Reihen des ESV Kaufbeuren aktiv, hat mit Rot-Gelb intensiv verhandelt. Die Unterschrift für die neue Saison fehlt noch. Woidtke ist ein DEG-Eigengewächs, das in der vergangenen Spielzeit im DNL-Team sowie bei den Oberligisten Ratingen und Duisburg zum Einsatz gekommen war, ehe es in den Allgäu ging.
Zum erweiterten Kreis der Abwehrkandidaten wird Felix Thomas (23) von den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven gezählt. DEG-Coach Jeff Tomlinson kennt Thomas aus der gemeinsamen Zeit bei den Berliner Eisbären.
0mitdiskutieren