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DEG: Eine Schlappe für den Neuanfang

18.07.2012 | 22:29 Uhr

Düsseldorf. Lebendig wie seit Jahren nicht mehr ging es gestern Abend bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Stammvereines der DEG zu. Die endete nach rund zwei Stunden mit einer Schlappe für den Vorstand um den 1. Vorsitzenden Markus Wenkemann sowie Elmar Schmellenkamp als Geschäftsführer der ausgegliederten Profiabteilung.

Stein des von den nur 33 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern kontrovers diskutierten Anstoßes war die Aufnahme einer neuen „Fan-Mitgliedschaft“ in die Vereinssatzung.

Die Vergrößerung des Mitgliederstammes ist eine zentrale Forderung aus dem Rathaus, wie Schmellenkamp betonte. Die Stadt schießt 450 000 Euro in den Klub, die Tochter Sparkasse ist mit 250 000 Euro dabei, die Stadtwerke mit 100 000 Euro. Zahlen, die in der Politik begründet werden müssen. Da lieferte die DEG mit ihren etwas über 300 Mitgliedern im Stammverein dünne Argumente.

Mittelfristig sollen 3000 Mitglieder generiert werden, so die Forderung der Stadt. Einen Anreiz für Dauerkartenkunden und vor allem die jüngeren Unterstützer der DEG, die vor der „angestaubten“ normalen und 100 Euro teuren Mitgliedschaft zurückschrecken, sollte die Fan-Mitgliedschaft bieten. Für 67 Euro pro Jahr könnten Anhänger den Klub unterstützen, würden von zahlreichen Ermäßigungen und exklusiven Aktionen des Vereins und der DEL-Profi-Mannschaft profitieren.

Handwerkliche Fehler

Doch der Eintrag in die Satzung kam nicht zustande. Ausgerechnet Justiziar Volker Schratzlseer zeigte handwerkliche Fehler auf. So enthält die neue Mitgliedschaftsform zwar kein Stimmrecht, ist deswegen preisgünstiger als eine „normale“ Mitgliedschaft, dennoch hätten sich Fan-Mitglieder zur Wahl stellen können. Wenn weitere Paragraphen der Satzung nicht ebenfalls geändert würden. Kurios: Schratzlseer hatte sich im Vorfeld noch geweigert, einen Passus für die Fan-Mitgliedschaft auszuarbeiten.

Das war der Merkwürdigkeiten nicht genug. In ihren kontroversen Diskussionen glitten einige Mitglieder fast ins Komödiantische ab, als Wenkemann allen Ernstes vorgeworfen wurde, er kümmere sich nicht um einen guten Draht zu Schützengesellschaften.

Auch ein leidenschaftlicher Appell von Schriftführer Frank Merry verpuffte, der anregte, die Satzungsänderung zu beschließen und eine juristisch wasserdichte Ausformulierung bei der bereits im September anstehenden Jahreshauptversammlung nachzuholen. Die DEG hätte die neue Mitgliedschaft sofort bewerben und potenziellen Dauerkartenkunden anbieten können. „Wir verpassen eine große Chance! Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen, dass wir uns verändern“, rief er in die Runde.

Die Mehrheit von 16 Mitgliedern votierte dennoch für eine komplette Vertagung bis zur Jahreshauptversammlung, dann soll der Vorstand neue Formulierungen vorlegen. Nur neun stimmten dagegen, der Rest enthielt sich. Schmellenkamp rechnet nun erst 2013 mit der Chance, auf diesem Weg neue Mitglieder zu werben. Ein Umstand, den man im Rathaus nicht mit Freude zur Kenntnis nehmen dürfte.

Oliver Schaal



Kommentare
19.07.2012
07:14
DEG: Eine Schlappe für den Neuanfang
von steff1904 | #1

Es hat sich nichts verändert.

Es bleiben Amateure am Werk...

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