DEG bezahlt Sieg gegen Augsburg mit Beskorowanys Verletzung teuer

Verletzt: DEG-Keeper Tyler Beskorowany
Verletzt: DEG-Keeper Tyler Beskorowany
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Nach dem 3:1-Erfolg über Augsburg fehlt der DEG noch ein Punkt zum direkten Einzug ins Viertelfinale. Das Verletzungspech will aber einfach nicht abreißen.

Düsseldorf.. „Lukas, Lukas“ hallte es durch das weite Hallenrund. Und der DEG-Keeper ließ sich nicht lange bitten und legte nach der Schlusssirene einen halben Striptease unter rot-gelbem Konfettiregen hin. Die Düsseldorfer Eishockeycracks haben ihre Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Nach dem 3:1 (1:1, 0:0, 2:0)-Sieg über die Augsburger Panther am gestrigen Abend fehlt den Rot-Gelben als Fünfter nun sogar nur noch ein Punkt, um sicher direkt ins Play-off-Viertelfinale einzuziehen. Wolfsburg hat als Siebter sechs Punkte Rückstand – bei nur noch sechs zu vergebenen Zählern.

„Eigentlich bin ich zurückhaltend, ehe es perfekt ist, aber jetzt bin ich davon überzeugt, dass wir den einen Punkt aus den letzten zwei Spielen noch holen werden. Es ist herrlich: Endlich haben wir wieder das Play-off-Gefühl“, betont Cheftrainer Christof Kreutzer. „Ob wir Vierter, Fünfter oder Sechster werden, ist mir wurscht. Mit dem direkten Einzug ins Viertelfinale haben unsere verletzten Spieler vor allem auch noch eine Woche mehr Zeit, um zurückzukommen.“

Verletzungspech reißt nicht ab

Und dies ist bitter nötig. Denn einmal mehr wurde der Erfolg teuer bezahlt. Ohnehin weiter ohne sieben Stammspieler, will das Verletzungspech einfach nicht abreißen – nun ist es auch noch zum vermeintlichen Worst Case gekommen. In der 28. Spielminute musste Keeper und Erfolgsgarant Tyler Beskorowany vom Eis geführt werden und konnte das linke Bein nicht mehr belasten. Erster Verdacht: Patellasehnenverletzung. Nun hofft die gesamte DEG-Familie, dass die Sehne nicht gerissen ist. Das würde das Play-off-Aus für den Kanadier bedeuten, der das Spiel auf Krücken von der Bande aus bis zum Schluss verfolgte. Endgültigen Aufschluss wird erst die Kernspinuntersuchung am heutigen Vormittag geben.

Eines ist jedoch bereits klar: Die Augsburger Panther sind kein gutes Pflaster für die Rot-Gelben. Im September hatte sich im Raubkatzenkäfig bereits Bobby Goepfert schwer an der Hüfte verletzt – was für ihn am vierten Spieltag das vorzeitige Saisonende bedeutete. Nun droht seinem nachverpflichteten Nachfolger eventuell ein ähnliches Schicksal. Zum Glück haben die Düsseldorfer in Lukas Lang eine Nummer drei, die bereits in Mannheim bewiesen hat, dass auf sie Verlass ist, wenn sie gebraucht wird. So auch gestern Abend. Der 28-Jährige behielt sogar eine weiße Weste und trug damit maßgeblich zum erneuten Erfolg bei.

Spielbericht Euphorisiert vom sensationellen weil überraschenden 4:3-Freitagssieg nach Verlängerung bei Ligaprimus Mannheim, starteten die Rot-Gelben spielbestimmend in die Begegnung. Ohne ihre Überlegenheit jedoch in Zählbares umzumünzen. Vielmehr sahen sich die Hausherren in der achten Spielminute dennoch einem Rückstand gegenüber. Ausgerechnet der am Freitag geschonte und in den vergangenen Wochen überragende Beskorowany patzte und ließ einen harmlosen Schuss durch die „Hosenträger“ trudeln. Davon ließen sich die DEG in ihren Offensivbemühungen jedoch nicht irritieren. Und in der zwölften Spielminute brandete der erste Torjubel auf – allerdings nur für wenige Sekunden. Die Schiedsrichter verwehrten dem Treffer von Andreas Martinsen wegen Hohen Stocks die Gültigkeit. Fünf Minuten später war es dann aber soweit. Kapitän Daniel Kreutzer netzte zum längst überfälligen Ausgleich ein.

Kurze Schockstarre

In der 26. Spielminute bügelte Keeper Beskorowany dann seinen Fehler aus dem ersten Drittel wieder aus und rettete dreimal auf dem Boden liegend in höchster Not – und verletzte sich in dieser Szene bei seinen Verrenkungen. Fortan musste somit wieder Back up Lukas Lang die Kohlen aus dem Feuer holen. Zwar war die gesamte Mannschaft ob des Ausfalls ihres wertvollsten Spielers kurzzeitig geschockt, meisterte jedoch auch diese Phase schadlos.

Kaum wieder in Fahrt, feuerten die Rot-Gelben eine Schusssalve nach der anderen ab, schienen jedoch das Zielwasser vergessen zu haben.

Bis zur 58. Spielminute, als Travis Turnbull die Stimmung im Rather Dome mit seinem Treffer zum explodieren brachte – und seine Farben zum Sieg schoss, ehe Rob Collins noch ins leere Augsburger Tor traf.

Das Spiel in der Statistik

DEG – Augsburger Panther 3:1 (1:1, 0:0, 2:0)

DEG: Beskorowany (ab 27:50 Lang); Davis, Belle; Thiel, Daschhner; Schiestel, Mapes; Kreutzer, Collins, Dmitriev; Preibisch, Turnbull, Sparre; Martinsen, Olimb, Fischbuch; Daxlberger, Strodel, Dolak.

Zuschauer: 6083.

Schiedsrichter: Hascher/ Vogl (TEV Miesbach/EHC München).

Tore: 0:1 (7:02) Reiss (Weiss, Ciernik), 1:1 (16:25) Kreutzer (Thiel), 2:1 (57:28) Turnbull (Kreutzer, Collins/5-4-Überzahl), 3:1 (59:50) Collins (Kreutzer, Turnbull/Schuss ins leere Tor).

Strafminuten: DEG 6, Augsburg 20 plus 10 (Moore/38:09, Meckerns) plus Spieldauer (Machacek/59:50, Flaschenwurf).

Beste DEG-Spieler: Kreutzer (5 Punkte), Davis (3), Lang (1).