Davies’ Leidenszeit geht weiter

Seit sechs Wochen zum Zuschauen verdammt: DEG-Stürmer Michael Davies.
Seit sechs Wochen zum Zuschauen verdammt: DEG-Stürmer Michael Davies.
Foto: Birgit Häfner
Was wir bereits wissen
Die Nationale Anti-Doping-Agentur hat die Klage gegen Michael Davies beim Anti-Doping-Richter der DEL eingereicht und erwartet erst in vier bis sechs Wochen ein Urteil – dann wäre die Hauptrunde vorbei. Der DEG-Stürmer ist bereits seit sechs Wochen suspendiert.

Düsseldorf..  Seit mittlerweile sechs Wochen ist DEG-Stürmer Michael Davies von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) suspendiert. Der Eishockeyspieler war bekanntlich am 3. Dezember 2014 aufgrund eines positiven Dopingbefundes von der NADA gesperrt worden, weil eine Wettkampfkontrolle vom 23. November ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis ergeben hatte. Am Donnerstag wurde bekannt, das eine Entscheidung naht (die NRZ berichtete). Gestern gab es nun zumindest wieder einmal eine offizielle Auskunft der NADA – dass es noch keine Neuigkeit gibt.

„Es handelt sich weiterhin um ein laufendes Verfahren. Wir haben die Klage zum Anti-Doping-Richter der DEL eingereicht. Der Verfahrensablauf ist mit den entsprechenden Fristen in der Anti-Doping-Ordnung der DEL klar vorgegeben“, teilte Eva Bunthoff, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, auf NRZ-Anfrage mit. Die Leidenszeit für den bis Anfang Dezember punktbesten Angreifer in der Deutschen Eishockey-Liga geht somit noch einige Wochen weiter. Wird der volle Rahmen von sechs Wochen ausgeschöpft, wird der 27-jährige US-Amerikaner in der Hauptrunde nicht mehr zum Zuge kommen. Diese endet bekanntlich am 1. März.

Doch wie geht es nun weiter? Der Anti-Doping-Richter, der für jeden Einzelfall auf Antrag der Ligagesellschaft durch den DIS-Ernennungsausschuss für die Sportschiedsgerichtsbarkeit ernannt wird, soll laut Paragraf 12.2.1 spätestens sieben Tage nach Empfang des Ermittlungsergebnisses einen Termin zur Anhörung bestimmen. Der Lizenzspieler, dem ein Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen vorgeworfen wird, ist zu dem Anhörungstermin mindestens 14 Tage vorher schriftlich zu laden. Zudem soll das Verfahren „zügig durchgeführt werden“ (12.2.2).

Davies beteuert nach wie vor, alle Medikamente vor dem Saisonstart angegeben zu haben. Dies sei auch schriftlich fixiert worden, behaupten der Spieler und dessen Anwalt. „Zutreffend ist, dass der Spieler bereits zwei Tage nach seiner Ankunft in Deutschland, das heißt am 17. Juli 2014, mit Dr. Löbbert eine Besprechung hatte und diesem mitgeteilt hat, dass er seit seinem 14. Lebensjahr ein bestimmtes Präparat zu sich nimmt“, hatte Davies‘ Rechtsanwalt Florian Hilbert bereits vor fünf Wochen beteuert. Im August soll laut Rechtsanwalt Hilbert von Seiten der Vereinsverantwortlichen mitgeteilt worden sein, dass die von Davies verwendete Medikation von Seiten der NADA zugelassen wäre und eine Einnahme kein Problem darstellen würde. Dies könne anhand von Email-Protokollen mit dem Vereinsarzt belegt werden.

Diese Punkte kann Davies nun in einer Anhörung vor dem Anti-Doping-Richter vorbringen -- der dann wiederum innerhalb von 14 Tagen nach der letzten mündlichen Anhörung bzw. im Falle eines schriftlichen Verfahrens nach Ablauf der Frist zur Stellungnahme eine Entscheidung durch Beschluss treffen soll. Die Entscheidung samt Begründung ist Davies dann per Einschreiben mit Rückschein an seinen empfangsberechtigten Lizenzclub zuzustellen. Der NADA wird eine Abschrift dieser Entscheidung zugesendet.