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Breiti von den Toten Hosen glaubt an den Klassenerhalt der Fortuna

22.08.2012 | 18:17 Uhr
Breiti von den Toten Hosen glaubt an den Klassenerhalt der Fortuna
Breiti von den Toten Hosen schwört auf Gerd Zimmermann und den wunderbaren „Lumpi“ Lambertz.

Düsseldorf.  Breiti von den Toten Hosen sieht keinen Grund, warum die Fortuna die Klasse nicht halten sollte. In Teil 2 spricht der Gitarrist der Toten Hosen über Musik und Fußball, Romantik und Fußball – und über „Wunder“ im Fußball.

Am Samstag kehrt Fortuna Düsseldorf beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) nach 15-jähriger Abwesenheit wieder in die Fußball-Bundesliga zurück. Die Vorfreude ist in ganz Düsseldorf zu spüren. Auch – und dort ganz besonders – in „Jochens kleiner Plattenfirma“ (JKP), dem Hauptquartier der Toten Hosen im Hafen. Die Punk-Band hat den Verein auch während der schwierigsten Jahre in den unteren Ligen stets begleitet, ihm auch bei einem Spielerkauf finanziell unter die Arme gegriffen. Bilder sämtlicher Fortuna-Teams der vergangenen Jahre hängen an den Wänden im Hosen-Büro – und Gitarrist Breiti kennt sie alle.

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Breiti von den Toten Hosen genießt die Hochstimmung

Der Gitarrist der Punk-Band wendet sich gegen „Gewissensprüfungen“, um richtige von falschen Fans zu unterscheiden. In Teil 1 unseres großen Interviews mit Breiti geht’s um VIP- und Stehplatz-Fans, Randale und Bengalos, hohe Erwartungen und tiefe Enttäuschungen.

In Teil 1 des großen NRZ-Interviews hat sich Breiti gestern über alte und neue Fans geäußert, über Fußball und Kommerz, über VIPs und Stehplatz-Besucher. Heute spricht er in Teil zwei über „sein“ erstes Fortuna-Spiel, seine Lieblingsakteure, über Fußball und Musik. Erklärt, warum Fußball immer noch etwas mit Romantik zu tun hat. Und urteilt natürlich darüber, ob die Fortuna eine Chance hat, sich im „Oberhaus“ zu etablieren.

Wie fing die Liebe zur Fortuna bei dir eigentlich an? Kannst du dich an den ersten Besuch noch erinnern?

Breiti: Klar, das war 1972, ein 2:0 gegen Kickers Offenbach . Da war ich acht Jahre alt. Im Jahr davor war ich immer sauer, weil ich nicht mit durfte. Da war ich angeblich noch zu klein. Dann haben mich meine Brüder aber mitgenommen.

Wer war dein Lieblingsspieler in der Vergangenheit, wer ist es heute?

Breiti: Gerd Zimmermann hat mich mit seinen Hammer-Schüssen schwer beeindruckt. Dann die Allofs-Brüder, Wolfgang Seel – das sind die, mit denen ich groß geworden bin. Später kam Georg Koch, outete sich bei einem Aufstiegsrundenspiel in Augsburg plötzlich als Klasse-Torhüter, der er dann jahrelang blieb. Oder Andrej Buncol, der alles andere kannte als dritte Liga, sich im reifen Fußball-Alter aber voll reinhängte. Rudi Wojtowicz, der am Ende seiner Zeit bei Fortuna Sachen machte, die ihm keiner zugetraut hatte. Und klar: „Lumpi“ Lambertz. Dass es einen Spieler gibt, der als junger Kerl zur Fortuna kam, in die vierte Liga. Und der den ganzen Durchmarsch der vierten bis in die Bundesliga mitgemacht hat, das ist für mich ein Wunder. Und wenn ich den dann in der ersten Liga auf dem Platz sehe, dann spüre ich wieder etwas von dem teilweise romantischen Verhältnis, das ich immer noch zum Fußball habe. Es gibt halt Geschichten, die gibt es wirklich nur im Fußball. Und daher ist Romantik da hin und wieder gerechtfertigt.

Viele Eurer Songs sind Fußballsongs: Das Bayern-Lied, das Auswärtsspiel, Azzurro aus Anlass der WM 1990 in Italien – in „Tage wie diese“ taucht das Wort Fußball zwar nirgends auf, trotzdem wurde das Lied zur Hymne der Euro und des Fortuna-Aufstiegs. Wie ging das denn?

Breiti: Das Lied hatte mit Fußball überhaupt nichts zu tun. In der ersten Version war es eigentlich schon in der Mülltonne. Aber durch ein paar Textveränderungen und ein paar Veränderungen an der Musik hat es dann auf einmal funktioniert. Als erste Single aus unserem Album haben wir es ausgesucht, weil es am besten zu unserer Stimmung damals passte. Wir hatten zuvor Monat um Monat im Proberaum und im Studio an neuen Liedern gearbeitet. Das war dann endlich vorbei. Wir hatten uns total darauf gefreut, wieder loszufahren, Konzerte zu geben, Leute zu treffen, Parties zu feiern. Diese Stimmung gibt das Lied wieder. Dass es sich dann verselbstständigt hat und in vielen Fußballstadien aufgetaucht ist, das freut uns natürlich. Aber wir selbst hatten Fußball dabei gar nicht im Hinterkopf.

Ihr wart wirklich überrascht?

Breiti: Ja, das hat uns schon überrascht. Aber das Lied passt ja auch wirklich wie die Faust aufs Auge in so ein Stadion.

Laufen innerhalb der Band eigentlich Wetten darüber, ob die Fortuna den Nicht-Abstieg schafft? Wie sind eure Prognosen?

Breiti: Vor dem Start bin ich noch völlig entspannt. Ich genieße erstmal den Erfolg. Dass die Jungs das überhaupt geschafft haben. Je schneller die sich sich zusammenfinden mit den vielen neuen Spielern und wirklich als Mannschaft auftreten, desto größer sind die Chancen auf den Klassenerhalt. Augsburg hat’s vergangenes Jahr auch geschafft. Im Umfeld ist Ruhe, der Trainer hat das Vertrauen, die Fans keine überzogenen Erwartungen. Ich denke, die Chancen stehen ganz gut. Warum sollen die das nicht schaffen?

Walter Brühl



Kommentare
23.08.2012
11:30
Breiti von den Toten Hosen glaubt an den Klassenerhalt der Fortuna
von Blende-Jochen | #3

Neider, Neider, Neider... Fortuna steht mittlerweile vor dem halben Ruhrpott, kommt wohl nicht bei allen so gut an. Herrlich!

23.08.2012
10:21
Breiti von den Toten Hosen glaubt an den Klassenerhalt der Fortuna
von ML1971 | #2

der sollte mal lieber nich mehr die ganzen komischen Dinge nehmen :-)

Einer der wenigen, der so gutgläubig ist :-)

Ich hoffe mal, dass Dödeldorf einen ehemaligen Berliner Verein noch übertrumpft in diesem Jahr...

23.08.2012
08:02
Breiti von den Toten Hosen glaubt an den Klassenerhalt der Fortuna
von Ralle1001 | #1

Warum sie das nicht schaffen sollten? Weil Ihnen spätestens nach drei Heimspielen der Vorrat an Elfmeterpunkten ausgeht. Weil man genannten Lumpi-Lambertz vor dem Spiel regelmäßig beim heimlichen Kokeln mit Einlaufkids ertappen wird. Oder weil der DFB in der Sommerpause eine Regeländerung versäumt hat, die einen Platzsturm je nach Intensität und Choreographie desselben mit drei bis zwölf Punkten belohnt.

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