Beskorowanys Abgang trifft die DEG hart

Das Torhüter-Trio hätte für die DEG der absolute Trumpf der neuen Saison werden sollen. In Tyler Beskorowany und Bobby Goepfert waren gleich zwei ausländische Topleute auf der wichtigsten Position im Eishockey eingeplant. Dazu wurde in Felix Bick ein talentierter deutscher Nachwuchsmann als Absicherung verpflichtet. Weil nun aber Beskorowany eine in seinem Vertrag verankerte Ausstiegsklausel wahrnehmen und in die NHL wechseln wird, entsteht im Kader der DEG eine kritische Baustelle. Cheftrainer Christof Kreutzer muss nun zügig reagieren. Unsere Redaktion erklärt warum:

Tyler Beskorowany: Der Kanadier wechselte erst in der Vorsaison an den Rhein und überzeugte auf Anhieb. Nach der Vorrunde wurde er für seine Leistungen verdient als „Torhüter der Saison“ ausgezeichnet. Kreutzer handelte und offerierte dem 25-Jährigen einen Zweijahresvertrag. Beskorowany, der nicht vergessen hat, dass er als vorher vereinsloser Profi in Düsseldorf eine große Chance erhalten hatte, unterzeichnete frühzeitig.

Allerdings ließ er sich eine im Eishockey nicht unübliche Klausel zusichern, die es Talenten ermöglicht, im Fall eines Angebots aus Nordamerika wechseln zu dürfen. Beskorowany schaffte es in die Notizblöcke der Talentscouts und möchte nun im zweiten Anlauf versuchen, doch noch in der NHL Fuß zu fassen.

Bobby Goepfert: Die Fans lieben den quirligen Torhüter zum einen für seine Loyalität. Goepfert mutierte mit seiner Vertragsverlängerung in einer für den Verein finanziell äußerst schweren Zeit zum Hoffnungsträger. Zum anderen aber macht ihn sein spektakulärer Spielstil unverwechselbar – und genau dort liegt nun das Problem: Beskorowany wurde verpflichtet, als sich Goepfert früh in der vergangenen Saison schwer an der Hüfte verletzt hatte und den Rest der Spielzeit ausfiel. Zwar trainiert Goepfert, der in diesen Tagen in Washington D.C. weilt und dort Barack Obama im Weißen Haus traf, nach eigenen Aussagen schmerzfrei. Doch ob seine Hüfte den Belastungen auf dem Eis auch dauerhaft standhalten wird, ist fraglich. Ein Risiko, dass Kreutzer zum Handeln zwingt. „Wir können uns nicht allein auf Bobby verlassen. Denn bis wir Gewissheit haben, wäre es wohl zu spät, um noch reagieren zu können“, sagt er.

Felix Bick: Der gebürtige Schwenninger spielte bereits in der Jugend unter Kreutzer für die DEG und überzeugte schließlich bei einigen Einsätzen für die Profis. Dennoch wechselte er für drei Jahre nach Duisburg und sammelte in der Oberliga wertvolle Erfahrung. Würde Goepfert die Rolle einer zuverlässigen Nummer eins sicher erfüllen können, wäre Bick der ideale Back-up. Für höhere Aufgaben ist es aber wohl zu früh, auch wenn in Benedict Roßberg, der von der DEG-Jugend zum Kooperationspartner Moskitos Essen gewechselt ist, sogar ein weiteres Nachwuchstalent auf seine Chance lauert.

Risiko ist zu hoch

Unter dem Strich muss Kreutzer also aktiv werden und einen Ersatz für Beskorowany finden. Zu hoch ist das Risiko, sich allein auf Goepfert zu verlassen. „Wir verfallen nicht in Panik, denn wir stehen ja nicht ganz ohne Torhüter da. Zudem gibt es Kandidaten auf dem Markt“, erklärt Kreutzer noch entspannt. Den erhofften Konkurrenzkampf mit einem gesunden Goepfert und Bick darf der Neue aber nicht scheuen, wie Kreutzer betont: „Solche Spieler gibt es sicherlich. Aber dann haben sie bei der DEG nichts zu suchen.“