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Berdych zieht Kopf bei Team-WM aus der Schlinge

22.05.2012 | 08:00 Uhr
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Berdych zieht Kopf bei Team-WM aus der Schlinge
Der Tscheche Tomas Berdych ebnete mit seinem Ausgleich nach Matches den Weg zu einem glücklichen 2:1 in der Nationen-Wertung gegen Japan.Foto: Max Rossi/Reuters

Düsseldorf.  David gegen Goliath lautete das Motto des Tennis-Treffens Tschechien gegen Japan. Nachdem am Starttag bereits Radek Stepanek, immerhin Nummer 25 der Weltrangliste, gegen Tatsuma Ito (ATP 70) ins Straucheln geraten und in drei Sätzen unterlegen war, kratzte Japans Debütant Go Soeda gestern Nachmittag an Tomas Berdych. Brachte den besten WM-Spieler aber nicht zu Fall.

Die Nummer Sieben der Welt, gleichzeitig Spitzenspieler beim 35. World Team Cup, zog den Kopf beim 6:1, 3:6, 6:1-Sieg vor 3200 Zuschauern jedoch nochmal erfolgreich aus der Schlinge und ebnete mit seinem Ausgleich nach Matches den Weg zu einem glücklichen 2:1 in der Nationen-Wertung gegen die Mannen aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Im abschließenden Doppel ließen die erfahrenen Stepanek/Frantisek Cermak (ATP-Doppel 21) dem Duo Ito/Soeda am frühen Abend mit 6:2, 7:6 (7:4) keine Chance.

Auch ohne ihren Star Kei Nishikori, der seinen Start wegen einer Bauchmuskelzerrung absagen musste, mischen die Japaner das Teilnehmerfeld auf. Auch wenn es nach dem ersten Durchgang zwischen Soeda und Berdych noch nach einem Debakel ausgesehen hatte. Nicht nur von der ATP-Position, wo der Japaner 54 Ränge hinter seinem Kontrahenten steht, und von der Körpergröße war das Duell zunächst ein Zwei-Klassen-Treffen. Der Spitzenspieler auf der roten Asche überrollte Soeda. Nur 19 Punkte ließ der große Eishockey-Fan der Detroit Red Wings aus der NHL im ersten Satz gegen sich zu. Go Soeda wirkte wie ein Sparringspartner.

Doch das „Trainingsmatch” hatte Folgen. Der Tscheche schien seinen Gegenüber zu unterschätzen, leistete sich ab dem zweiten Satz leichte Fehler, während der Japaner Konstanz in sein Spiel brachte und nun seine Vorhand-Peitsche zielgenau einsetzte. Sehr zur Freude zahlreicher Landsleute auf der Tribüne, die Court II lautstart unter Kontrolle hatten. Ist die Stadt am Rhein doch die heimische Hochburg in Europa. Rund 7000 Japaner leben in Düsseldorf.

Go Soeda vergab acht Breakbälle

So drehte der 1,78 Meter kleine Außenseiter mit seinen Fans im Rücken den Spieß um und nahm nun seinerseits dem Kontrahenten gleich das erste Service ab. Unerreichbar tupfte der gelbe Filzball an Berdychs Grundlinie im linken Eck auf. Und es war kein Ausrutscher des Weltranglistensiebten. Go Soeda brachte seinen Vorsprung bis zum Satzende ins Ziel.

Die entscheidende Wende der Partie folgte umgehend. Der in Monte Carlo lebende 27-jährige Berdych kämpfte sich zurück. Angefeuert von seinem als Teamchef auf der Bank sitzenden Coach Tomas Krupa. Im Auftaktspiel des dritten Satzes ließ der Japaner gleich zwei Breakbälle ungenutzt. Um anschließend sein eigenes Service abzugeben. Und im dritten Spiel versiebte der Außenseiter sogar gleich sechs Breakbälle.

Von diesem mentalen Tiefschlag sollte sich der 27-jährige Japaner nicht mehr erholen. Damit baute Berdych seine Rochusclub-Bilanz bei seiner sechsten Teilnahme auf 13:4-Siege aus.

Mareike Scheer

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