Aus für Landshut – Lukas Lang bangt um Zukunft

Foto: Häfner
Der neue Verein des Ex-DEG-Keepers erhält keine Lizenz für die neue Spielzeit. Der Grund soll eine bilanzielle Überschuldung sein. Der Zweitligist teilte jedoch auf seiner Webseite mit, dass er alles unternehmen wird, um die Lizenz noch zu bekommen. Wenn erforderlich, werde der Rechtsweg komplett ausgeschöpft.

Düsseldorf.. Zur kommenden Saison sollte alles besser werden – vom Bankdrücker zur Nummer Eins. Stattdessen muss Ex-DEG-Keeper Lukas Lang nun jedoch um seine sportliche Zukunft bangen. Nachdem er in Düsseldorf nicht das Vertrauen der Trainer verspürte und kaum zu Einsätzen kam, schloss sich der 28-Jährige dem EV Landshut an, nahm für mehr Spielpraxis somit sogar den sportlichen Abstieg ins Unterhaus in Kauf. Doch nun folgte der nächste Rückschlag für den Schlussmann. Aus der Befürchtung wurde Gewissheit: Landshut erhält keine Lizenz für die Saison 2015/16. Dies beschloss der Aufsichtsrat der DEL2 im Rahmen der ESBG-Gesellschafterversammlung am späten Donnerstagabend, weil die laut Lizenzordnung geforderte Wirtschaftlichkeit „aktuell nicht erfüllt“ sei.

Zweimal Deutscher Meister

Der bayerische Traditionsverein steht vor dem Aus. 1970 und 1983 deutscher Meister, hatte Landshut in der Vergangenheit Eishockey-Größen wie Ex-NHL-Spieler Marco Sturm hervorgebracht, der gestern als neuer General Manager und Bundestrainer des Deustchen Eishockey-Bundes vorgestellt wurde. Auch Nationalspieler Tobias Rieder, derzeit in der NHL bei den Arizona Coyotes unter Vertrag, begann seine Karriere im Nachwuchsbereich der Niederbayern, die noch immer als Talentschmiede gelten.

„Es lag eine bilanzielle Überschuldung vor“, erläutert Gerhard Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied der DEL2 gegenüber der Fachzeitung Eishockey News. Demnach sollen die Landshuter in den vergangenen beiden Geschäftsjahren Verluste im hohen sechsstelligen Bereich gemacht. „Ich habe noch einen Anruf bekommen und auch kein anderer Spieler. Wir stehen da in Kontakt. Bisher haben wir es aber auch nur aus dem Internet zur Kenntnis genommen und kennen keine Hintergründe. Kommt Zeit, kommt Rat, wir Spieler warten und werden noch nichts begraben“, erklärt Ex-DEG-Keeper Lukas Lang im NRZ-Gespräch. „Es gilt, nun erst einmal Ruhe zu bewahren, bis der Verein auf uns zugekommen ist und sich alles klärt.“

Denn wie der Verein gestern auf seiner Webseite mitteilte, „werde man alles unternehmen, um die Lizenz doch noch zu bekommen. Wenn erforderlich, werde der Rechtsweg komplett ausgeschöpft. Entgegen verschiedenster Meldungen ist das Eigenkapital der LES GmbH abgesichert. Nach Meinung der Anwälte liegt laut Lizenzstatut eine Einspruchsfrist von einer Woche vor, die in vollem Umfang ausgenützt wird.“ Somit droht dem deutschen Eishockey in den kommenden Wochen (mal wieder) noch ein Sommer-Theater.

Bereits Donnerstagabend erschienen rund 50 Fans zu einer Mahnwache vor dem Eisstadion. Und während die Anhänger des Vereins sich auch gestern Abend zu einem Protestmarsch versammeln wollten, zittern die Spieler um ihre Zukunft. „Natürlich sind die Plätze zu einem solchen Zeitpunkt schon sehr rar, gerade für mich als Torwart“, erklärt Lukas Lang. „Aber ich muss nun erst einmal die Infos abwarten und dann im Fall der Fälle in Erfahrung bringen, ob der Vertrag selbst gilt, wenn wir nicht spielen.“

Als Nachrücker für Landshut kommen übrigens der sportliche Absteiger Heilbronner Falken sowie die Oberliga-Finalisten EV Regensburg sowie die Füchse Duisburg in Frage. Wobei Letztgenannter bereits abgewunken hat, weil die Planungen vollständig auf einen Oberliga-Start ausgerichtet sind.