Als das Glück bei Tiago an die Tür klopfte
22.07.2010 | 18:42 Uhr 2010-07-22T18:42:00+0200Fortunas dritter Brasilianer kam auf den letzten Drücker und spielte schon beim FC Barcelona.
Manchmal geht es im Leben ganz schnell. So auch bei Tiago Coelho Branco Calvano, kurz Tiago gerufen.
Noch vor knapp zwei Wochen saß der 29-Jährige mit der Familie in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro, eine ungewisse Zukunft vor Augen. Sein Vertrag beim MSV Duisburg war kurz zuvor aufgelöst worden, die „Zebras“ müssen Geld sparen. Offerten gab es, aber keine überzeugenden. „Ich hatte Angebote aus der Türkei“, sagt der Brasilianer, der während der Saison in Mülheim an der Ruhr lebt. „Aber in der Türkei ist das Leben ganz anders. Und meine Tochter Julia ist gerade erst in den Kindergarten gekommen.“
Einen Wechsel in eine komplett andere Kultur wollten die Eltern der Dreijährigen nicht zumuten. Auch, weil man sich hierzulande nicht unwohl fühlt. „In Deutschland kann man sich sehr schnell in die Kultur einpassen. Es ist nur wichtig, ein bisschen was von der Mentalität anzunehmen.“ So blieb die Frage, wie es weitergeht, im Leben und in der Profi-Karriere, während der Urlaub sich seinem Ende neigte und die Saison nahte. Da kam plötzlich und auf den letzten Drücker eine weitere Offerte auf den Tisch. „In der letzten Urlaubswoche kam die Fortuna auf mich zu“, strahlt Tiago, während er im Foyer der Sportschule Bitburg sitzt und in fast fehlerfreiem Deutsch über sein Leben spricht. Nur gelegentlich muss Thiago Rockenbach da Silva als Dolmetscher aushelfen.
„Binnen zwei Tagen war dann alles klar. Die Fortuna ist ein großer Verein und war in der letzten Saison sehr gut. Das passte alles“, sagt Tiago. Die Wende im Leben scheint maßgeschneidert. So kann die Familie in der vertrauten Umgebung bleiben, während sich sportlich die reizvolle Perspektive auftut, bei einem aufstrebenden Club sein Glück zu wagen.
Obendrein kann Tiago in Düsseldorf in die Fußstapfen eines alten Kumpel treten. Wie der zu Mönchengladbach gewechselte Bamba Anderson ist auch der Neuzugang ein Innenverteidiger. „Wir kennen uns gut, kommen beide aus Rio“, berichtet Tiago. Der übrigens auch italienische Wurzeln hat und deswegen auch die doppelte Staatsbürgerschaft. „Die Familie meines Vaters stammt aus Italien. Im zweiten Weltkrieg sind sie nach Brasilien ausgewandert“, erklärt der 1,88 Meter lange Abwehrrecke. Der Senior brachte den Sohnemann auch zum Fußball. „Das erste Geschenk meines Vaters war ein Ball. Da war ich drei oder vier Jahre alt“, erinnert sich Tiago.
„Wir haben dann ständig gespielt. Auf der Straße, am Strand, überall. In Brasilien hat einfach jeder Junge den Traum, Fußballer zu werden.“ Was bei ihm in Erfüllung ging. Über Botafogo kam Tiago 2002 passend zu seiner Vita nach Italien, lief für den AC Perugia auf. Von dort ging es ein Jahr später in die Reserve des großen FC Barcelona. Auch jetzt noch zeigt sich der Italo-Brasilianer von der dortigen berühmten Fußball-Schule beeindruckt. „Technik, Passspiel – alles auf höchstem Niveau. In der zweiten Mannschaft haben wir alles genauso gemacht wie die Erste.“
Doch in das große Ensemble kam Tiago nicht: „Bei fünf, sechs Freundschaftsspielen wurde ich eingesetzt. Aber der Sprung war einfach zu groß.“ Nach drei sportlichen guten Jahren beim Schweizer Erstligisten Bern ging es zum MSV Duisburg. Doch bei den Blau-Weißen kam Tiago in zwei Spielzeiten nur auf 30 Einsätze, ein Achillessehnenriss, den er sich im Training zugezogen hatte, setzte ihn von November 2008 bis zum Mai 2009 außer Gefecht. Er kämpfte sich wieder heran, absolvierte 27 Partien in der vergangenen Saison. Doch dann wurden die Arbeitspapiere aufgelöst. Bis das Glück in Gestalt der Fortuna anklopfte.
07:58
Naja, ich durfte Ihn letzte Saison jede Woche live erleben. Er ist immer bemüht und gibt alles, aber für einen guten IV ist er einfach viel zu langsam. Wir hätten ihn gerne behalten aber ich denke er hätte es trotzdem schwer gehabt bei uns zu spielen.
20:18
TI-AGO, TI-AGO,
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TI-AGO, TIAGO, TIAGO, TIAGO,
TI-AGO....
Tiago ist ein Guter!