Allofs sattelt die Pferde

Vor 16 Jahren führte eine Serie von zehn sieglosen Spielen zur Trennung der Fortuna von Klaus Allofs. Die Düsseldorfer Kicker nahmen den Fahrstuhl eine Etage runter in die Regionalliga, während der exzellente Fußballer und damals gescheiterte Trainer, als Manager den Knopf ganz nach oben drückte, wie seine Stationen Werder Bremen und VfL Wolfsburg unterstreichen.

Der Europameister von 1980 hat für sein Vollblutengagement, wie für seine Kicker, das gleiche Ziel: „Champions League“. So startet der fünfjährige Hengst Wake Forest morgen in der mit 55 000 Euro dotierten „Wettmeister Frühjahrs- Meile“ auf dem Grafenberg. In dem ersten Europagrupperennen der deutschen Saisontreten acht Spitzengalopper an, darunter mit Spoil The Fun ein chancenreicher französischer Gast.

Pferde der Extraklasse

Allofs Partner im Rennsport ist Andreas Jacobs, der durchaus finanzielle Möglichkeiten hat, um ganz oben mitzumischen. Seine Stiftung Gestüt Fährhof ist eine Brutstätte für Pferde der Extraklasse. 184 000 Euro hat Wake Forest schon eingaloppiert und der Prognose von Trainer Andreas Wöhler nach, soll noch ein dicker Batzen dazukommen. Falls es mit dem Sieg beim Saisondebüt nicht klappt, hat der Coach schon eine Erklärung parat: „Die Distanz ist mit 1600 Metern eigentlich zu kurz, aber wir wollen das Mal versuchen“. Für das Rahmenprogramm hat der Coach aus Ravensberg einige Galopper von Besitzer Jaber Abdullah im Gepäck. Der Kaufmann aus Dubai hat richtig Spaß am Galoppsport und brachte Wöhler schon in arge Bedrängnis. 30 Pferde hat Abdullah derzeit beim Trainer und wollte noch 30 weitere schicken. „Da musste ich leider absagen, denn meine Stallkapazitäten sind erschöpft und der andere Besitzerstamm soll erhalten bleiben“, so Wöhler, der mit Potemkin im Rahmenprogramm einen weiteren Allofs-Galopper aufbietet. Ein Kandidat, der bisher eher auf derzeitigen Fortuna-Niveau agierte: gute Ansätze, aber nicht konstant genug!

Im Gegensatz zum Fußball hat der Galoppsport hier spezielle Lösungen zur Leistungssteigerung. So wurde der Vierjährige kastriert und ist jetzt wesentlich besser bei der Sache. „Potemkin wird jetzt richtig aufdrehen und in die bessere Klasse aufsteigen“, so der Coach.

Insgesamt stehen neun Rennen (erster Start 14 Uhr) auf dem Programm mit einem Aufgebot von 14 Pferden der Grafenberger Trainingszentrale. Sascha Smrczek, der gerade seinen 500. Sieg feiern konnte, hat ebenso wie Ralf Rohne eine Vielzahl von Siegchancen. Auch Ertürk Kurdu hat mit Elsie’s Indian ein „heißes Eisen“ im Feuer. „Bei der harten Konkurrenz hoffe ich auf eine Platzierung“, meint der Trainer, der mit Adrie de Vries den Jockeychampion des vergangenen Jahres verpflichtet hat.