2. Fußball-Bundesliga
Abwehrkante vom Zuckerhut
02.09.2010 | 19:16 Uhr 2010-09-02T19:16:00+0200
Bei Tiago ist der Sonntagabend für Globo-TV und Brasiliens Serie A reserviert.
Der Sonntag ist ab genau 21.10 Uhr im Mülheimer Hause Tiago für die Mattscheibe reserviert. Genau dann startet allwöchentlich die Live-Übertragung eines Matches der brasilianischen Serie A. Der neue Fortuna-Verteidiger mit dem kantigen Körperbau kann seinen Heimathauptsender Globo TV via Satellit und Gebührenkarte empfangen.
Die übrigen Tore des Fußball-Wochenendes nebst obligatorischen „Gooool“-Brüllern der Reporter gibt es im Internet: unter der Adresse www.globo.com. „Ich bin sehr heimatverbunden, auch wenn ich seit acht Jahren in Europa spiele“, sagt der 29-jährige Abwehrrecke aus Rio, der beim 1:2 gegen Hertha BSC am vergangenen Montag sein Fortuna-Pflichtspieldebüt feierte. Ein nicht ganz geglücktes. Weil Tiago beim Führungstreffer der Gäste durch Rob Friend etwas unglücklich im Strafraum platziert war.
„Wir müssen auf dem Platz vieles besser machen, dann haben wir auch Erfolg. In der Mannschaft steckt viel Potenzial“, bekräftigt Tiago Coelho Branco Calvano, der sich den Startplatz des vor allem taktisch wackelig wirkenden Kongolesen Assani Lukimya-Mulongoti erst einmal ergattert zu haben scheint. Tiagos Vergleich zwischen den „Zauberkünstlern“ der brasilianischen Eliteklubs und der zweiten Bundesliga fällt eindeutig aus: „Hier gibt es mehr Zweikämpfe, viele lange Bälle, wenig Zeit zum Nachdenken.“ Dafür wird im Land des fünfmaligen Weltmeisters eine Menge getreten. Was Platzverweise nach sich zieht. „Viele Angreifer tricksen gern. Und provozieren so die Abwehrspieler“, sagt Tiago.
Ihm, versichert er mit einem schelmischen Lächeln, „rutschen“ Hände oder Füße nicht aus. „Ich bin ein harter, aber ein fairer Verteidiger. Wenn ich vorzeitig vom Platz muss, dann wegen eines Fouls.“ Bei Botafogo, einem von vier Erstligisten aus Rio, hat er seinen ersten professionellen Vertrag bekommen. Eigentlich hält Tiago aber zum populärsten Klub des Landes: Flamengo, wo sein Freund Leonardo spielt, auch ein Abwehrrecke. Die Rot-Schwarzen zählen mit dem aktuellen Spitzenreiter und Lokalrivalen Fluminense, dem FC Sao Paulo und dessen ärgestem Rivalen Corinthians sowie International Porto Alegre zu den finanzstarken Klubs des Landes. Hier wird Tiago seine Karriere sicher beenden. Irgendwann „Aber noch bin ich stark genug für Europa.“ Und damit auch für Fortuna.
12:56
Grüße von der Wedau, endlich haben wir diese Saison wieder eine Abwehr. Dank an alle Vereine, die unsere Stolper-IVs aufgenommen haben! ;-)