Zweitligist zu stark für Borussinnen
12.02.2010 | 22:19 Uhr 2010-02-12T22:19:00+0100
Im Pokalwettbewerb haben die Borussinnen schon seit vielen Jahren nichts mehr auf die Kette bekommen. Mal wegen des Lospechs, mal wegen mangelnder Klasse. Gestern Abend verloren sie beim TV Nellingen mit 27:30 (12:17).
Wieder einmal kam das Aus im Achtelfinale. Doch die Art und Weise des Scheiterns war einfach nur peinlich. Wie sagte Gustl Wilke noch im Vorfeld der Partie in Ostfildern (südöstlich von Stuttgart): „Es wird sich zeigen, ob wir vom Niveau eher ein Erst- oder Zweitligist sind.” Die Frage ist beantwortet: Ein Zweitligist. Und allenfalls ein mittelmäßiger. Dass ein abgeschlagener Tabellenletzter der ersten bei einem Spitzenverein der zweiten Liga verliert, kann durchaus passieren. Dass er sich aber teilweise an die Wand spielen lässt (1:5, 3:10, 14:20, 25:30), ist einfach nur blamabel.
Zwischenzeitlich gaben die Borussinnen zwar mal Gas, kämpften sich auch zurück in die Partie (11:13, 19:21), doch jedesmal erstickten anfängerhafte Fehler jegliche Hoffnungen darauf, den Spieß noch einmal umdrehen zu können.
„Wir geben uns der Lächerlichkeit preis”, sagte Jochen Busch, der Sportliche Leiter, schon in der Halbzeitpause. Völlig desillusioniert. Gustl Wilke sagte auch vorher: „Jeder Sieg ist in unserer derzeitigen Situation gut für die Moral.” Na dann: gute Nacht...
27 Fehlversuche im Angriff sind eine Ausbeute, mit der man ein Spiel nicht gewinnen kann - egal, ob bei Männern oder Frauen, egal, ob in der ersten oder vierten Liga. Und wenn dazu noch das Rückzugsverhalten schwach ist (Busch nannte es sogar „katastrophal”) und die Abwehr so naiv und oft wie angewurzelt steht wie gestern Abend die des BVB, dann verliert man auch bei einem Zweitligisten. Der TV Nellingen jedenfalls hatte seinen Gegner richtig eingeschätzt, als er die Partie als „Mission possible” ankündigte. Linkshänderin Daniela Stratmann (9/fr. Blomberg und Göppingen), Rechtsaußen Sandra Faustka (5), und Kreisläuferin Marion Radonic (4), die einfach nur die Abwehr hinterlaufen musste, um frei zu stehen, konnten sich meist ungehindert austoben.
„Wir haben wieder einmal eine gute Chance vertan. Eine Chance, mit etwas Losglück nach Riesa zu fahren, und unser Selbstvertrauen aufzupolieren”, ärgerte sich Jochen Busch.
Nächsten Samstag kommen die „Miezen” aus Trier nach Wellinghofen. Nach solchen Spielen wie gestern fällt es schwer, an ein glückliches Ende in der Bundesliga zu glauben...
BVB: Roch, Roelofs, Trodler; Kowalska (6/1), Glathe (7/2), Köhler, Schäfer (1), Porvaznikova (5), Kramer (3), Busch (1), Cocx (2), Kunze (2).
INFO:
Die Handballerinnen des BVB waren 1997 deutscher Pokalsieger und zweimal erst im Finale unterlegen ('94, '98).
Sie stiegen – wie alle Erstbundesligisten – erst in der dritten Runde in den Wettbewerb ein. Dort gab es einen wenig überzeugenden 29:26-Erfolg beim Nord-Zweitligisten TSV Travemünde. Damals trafen Dagmara Kowalska (11/6), Tessa Cocx (5), Stella Kramer (5), Karina Schäfer (3), Julia Kunze (3) und Zuzana Porvaznikova (2).
Letztmalig waren die Borussinnen 2001 beim Endrundenturnier („Final Four”) in Riesa vertreten.
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