Zoff zwischen BW Alstedde und CDU-Mann Langkau

Neujahrsempfang am Heikenberg, Heimat von BW Alstedde. Der Verein gibt bekannt: Ein weiterer Kunstrasenplatz soll her. Im Kleinfeld-Format. Alle Anträge seien eingereicht, die Finanzierung stehe. Schon im April könnte der Bau starten. Das geht so nicht, wirft der sportpolitische Sprecher der CDU ein. Die Antwort der Alstedder lässt nicht lange auf sich warten.

Alstedde.. Der Vorstand der Fußballer des SV Blau-Weiß Alstedde geht in die Offensive. BWA-Vorsitzender Manfred Ungethüm reagiert auf Äußerungen von Günter Langkau, Sportpolitischer Sprecher der CDU, der am Mittwoch in der Printausgabe der Lüner Ruhr Nachrichten einen Leserbrief veröffentlichte.

Langkau hatte behauptet, dass der Sportverwaltung "Stand heute kein formgerechter und vollständiger Antrag zum Bau eines zweiten, wenn auch als Kleinspielfeld deklarierten Kunstrasenplatzes", vorliege. Den Brief können Sie hier in voller Länge lesen:

Alsteddes Vorstand plant eine 50 mal 35 Meter große Kunstrasenfläche hinter dem Heimtor am Heikenberg, um Kapazitäten für den Trainingsbetrieb zu schaffen. "Blau-Weiß Alstedde wird den Löwenanteil der Baukosten tragen", hatte Alsteddes Sportlicher Leiter Joachim Greger beim Neujahrsempfang am Sonntag gesagt. Als Baubeginn habe man, so Kassierer Hans-Jürgen Kahl, April oder Mai ins Auge gefasst.

Das sieht Langkau als unrealistisch an. Ein Antrag sei wegen Unvollständigkeit an BWA zurückgegangen. Eine Mehrheitsfindung im Ausschuss für Bildung und Sport und im Rat stelle er sich "etwas schwieriger vor". Auch sehe er "keinen Anlass einen Dringlichkeitsbeschluss herbeizuführen".

"Dieser Leserbrief enthält dermaßen viele falsche Aussagen, dass wir uns (...) zu einer Richtigstellung gezwungen sehen", schrieb BWA-Chef Ungethüm am Donnerstagvormittag an diese Zeitung. "Der Antrag auf Förderung durch die Stadt Lünen wurde Anfang November 2014 gestellt. Es wurde vereinbart, dass der Verein bis Ende Januar 2015 die genauen Kosten und das Finanzierungskonzept einreicht. Dies wird selbstverständlich umgesetzt", so Ungethüm.

Langkaus Behauptung, der Antrag sei wegen Unvollständigkeit zurückgegangen, sei zudem falsch. "Woher diese falsche Informationen kommen, ist unklar - auch, warum er damit an die Presse geht", schreibt Ungethüm, der betont: "Wir verwehren uns gegen die Unterstellung, der Verein wolle einen zweiten Platz bauen, den man als Kleinspielfeld deklariere".

75 Prozent Eigenmittel

Welche Absichten Langkau und die CDU verfolgen, erschließe sich dem Alstedder Vorstand nicht. "Der Sportpolitische Sprecher der CDU ist seit November 2014 über das Projekt und den Förderantrag informiert. Er hätte besser das Gespräch mit uns gesucht. Dann wären die falschen Aussagen in dem Leserbrief unterblieben." Ungethüm erwarte, dass Langkau "die falschen Behauptungen aus dem Leserbrief richtig stellt".

Der BWA-Vorstand werde das Projekt unterdessen weiter intensiv verfolgen. Wie schon beim Bau des großen Kunstrasenplatzes am Heikenberg wolle man 75 Prozent Eigenmittel zur Verfügung stellen. "Diese Art der Finanzierung dürfte für alle Lüner Vereine beispielhaft sein", so Ungethüm. "Wir hatten erwartet, dass auch die CDU ein solches Projekt unterstützt, welches letztendlich der Jugendarbeit dient."