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Fußball-Regionalliga

„Wunderbare Möglichkeiten“ für Wolf

25.02.2011 | 18:45 Uhr

Den Platz auf der Bank kennt er genauso gut wie die Spieler und das direkte Umfeld seiner neuen Mannschaft. Und doch hat sich die Situation völlig verändert.

Nach 38 Drittliga-Spielen als Assistent von Theo Schneider sitzt Hannes Wolf im heutigen Heimspiel gegen Spitzenreiter Preußen Münster erstmals hauptverantwortlich auf der Bank des BVB 2.

Wieder hat der ehrgeizige junge Mann, der einst mit dem ASC 09 große Erfolge gefeiert hatte, eine Sprosse auf der Karriereleiter viel früher genommen als die meisten seiner gleichaltrigen Kollegen. Mit 29 Cheftrainer einer Regionalliga-Mannschaft zu sein, und sei es - wie in diesem Falle - nur für gut drei Monate, betrachtet er als ein Privileg. Genauso wie „die wunderbare Möglichkeit, in der Nachwuchsarbeit eines Vereins wie Borussia Dortmund eine tragende Rolle spielen zu dürfen“. Und das, wie er hofft, noch möglichst lange. Sein Vertrag läuft zwar im Sommer 2012 aus, „aber das Konzept“, sagt er, „ist auf eine längerfristige Zusammenarbeit ausgelegt“.

Umstellungsprobleme
nicht zu erwarten

In der neuen Saison wird er wieder eine Aufgabe im Ju-gendbereich übernehmen, „bei der U 17 oder der U 19“, wie er ergänzt. Ein weiteres Engagement beim Regionalliga-Team schließe sich schon aus einem Grunde aus: Hannes Wolf will die kommende Spielzeit dazu nutzen, seinen Fußballlehrer-Schein zu er-werben. Und das ist ein ziemlich zeitaufwändiger Job.

Zunächst gilt die ganze Konzentration jedoch seiner neuen Aufgabe. „Ich habe beim BVB die Chance, ganz verschiedene Trainererfahrungen zu sammeln, das kann mir auf meinem weiteren Weg nur helfen“, sagt er - und spricht von einem Vertrauensbeweis. Froh ist er darüber, dass er die A-Jugend zu einem Zeitpunkt verlassen hat, als es, auch dank der Hilfe der B-Junioren, wieder aufwärts ging, „sonst hätte ich bei alledem doch kein ganz gutes Gefühl gehabt...“

Umstellungsprobleme vom alten auf den neuen Job erwartet er nicht: „Der Umgang mit erwachsenen Spielern ist mir vertraut“, verweist Wolf auf seine fünf Trainerjahre im Seniorenbereich. Seine Spieler kennt er fast alle, u. a. auch von seiner Arbeit mit ihnen in der Nachwuchs-Akademie, und damit auch ihre Stärken und Schwächen. Er betont, keineswegs alles umstellen zu wollen, „aber eine eigene Note reinbringen, ein paar neue Elemente einbauen“, das will er schon.

Verändert hat sich mit dem Trainerwechsel zumindest die Zielsetzung: anders als der unerschütterlich optimistische Theo Schneider spricht Hannes Wolf nicht vom Aufstieg: „Da sind wir von der Tabelle her doch ein Stück weg. Wir denken von Spiel zu Spiel, versuchen, unseren besten Fußball zu spielen und ganz viel Leidenschaft in die Arbeit zu legen. Dann kommen auch die Ergebnisse.“

Beginnen möchte er damit gleich gegen Münster. „Eine ideale Konstellation, denn ge-gen den Spitzenreiter sind An-reiz und Motivation immer riesig, jeder hat Lust darauf, ihn zu schlagen.“ Das werde in diesem Fall zwar schwer: „Die Favoritenfrage ist geklärt. Aber wir können dabei eigentlich nur viel gewinnen...“

INFO

Ohne Kehl und Owomoyela

Sebastian Kehl gehört zum Kader für den Bundesliga-Hit in München, sodass sich ein erneuter Einsatz des Ex-Nationalspielers im Regionalliga-Team von selbst erledigt hat. Auch der in Wuppertal eingewechselte Patrick Owomoyela steht nicht zur Verfügung.

Für Johannes Focher (im Profikader) geht Sören Gerlach zwischen die Pfosten. „Sören hat sich gut entwickelt und genießt unser volles Vertrauen“, sagt Hannes Wolf über die - nach Focher und dem verletzten Zlatan Alomerovic - eigentliche Nummer drei.

Nedim Hasanbegovic kehrt in den Kader zurück, sitzt zunächst aber auf der Bank. Für Rekonvaleszent Marc Hornschuh käme ein Einsatz hingegen noch zu früh.

Die voraussichtliche Aufstellung: Gerlach - Selmani, Sobiech, Neumeister, Kandziora - Eggert, Bakalorz - Stiepermann, Vrancic (Boztepe), Treude - Le Tallec.

Udo Stark

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