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Fußball-Westfalenliga

„Wir sind beide in der Pflicht“

09.12.2011 | 17:57 Uhr
„Wir sind beide in der Pflicht“
Treffen sich im Westfalenliga-Derby am Samstag im Waldstadion wieder: der frühere Evinger Tim Schwarz (links, jetzt beim ASC) und der jetzt für den TuS spielende ehemalige Aplerbecker Emre Konya (rechts).

ASC 09 gegen den TuS Eving - mit dem letzten Derby dieses Jahres findet die Herbstserie in der Westfalenliga einen spektakulären Abschluss. Ein brisantes Duell, in dem Aplerbecks Tim Schwarz und der Evinger Emre Konya am Samstag (14.30 Uhr) im Waldstadion auf ihren Ex-Klub treffen. Und es war für beide sogar eine überaus erfolgreiche Zeit, die die einstigen Hombrucher Weggefährten auf der Seite ihres heutigen Gegners verbrachten.

„Für mich persönlich war das ein überragendes Jahr“, erinnert sich Tim Schwarz an die Saison 2007/08, als er im Trikot des TuS Eving nicht nur den Landesliga-Torjägerpokal gewann (mit einer super Quote von mehr als einem Treffer pro Spiel!), sondern Dortmunds Amateurfußballer des Jahres wurde.

Nur in der Meisterschaft, da hatten ihnen die Aplerbecker den Titel vor der Nase weggeschnappt. Emre Konya heuerte in der ersten Westfalenliga-Spielzeit beim ASC 09 an und gehörte zum Stamm jener Mannschaft, die als Aufsteiger mit Rang drei die beste Platzierung der Vereinsgeschichte erreichte.

Eine erfolgreiche Zeit beim heutigen Gegner

„Die Zeit beim ASC war eine der schönsten meiner gesamten Fußballer-Laufbahn“, erinnert er sich gerne an die insgesamt zweieinhalb Jahre, die er in Aplerbeck verbrachte, „das lag nicht nur an der Mannschaft, die damals top besetzt war. Es war vor allem auch dieses familiäre Umfeld des Vereins, das ich so nie erlebt habe.“ Und von dem heute auch Tim Schwarz schwärmt.

Jetzt geht’s zurück an die alte Wirkungsstätte. Und so sehr er sich auf das Treffen mit vielen Bekannten auch freut: zu verschenken hat Konya nichts. „Wir sind beide in der Pflicht“, sagt der Defensiv-Allrounder, wobei der Druck, wie Schwarz relativiert, wie gegen Wickede noch mehr auf den Gastgebern laste: „Wir brauchen die Punkte noch dringender. Selbst bei einer Niederlage behielte der TuS die Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, die im umgekehrten Fall für uns in weite Ferne rücken würden.“

Aber auch Eving will den „Dreier“. Das sei, so Konya, ein Spiel, in dem man in der Kabine gar nichts sagen müsse: „Umziehen, rausgehen und gewinnen - das ist die Formel.“ Er fiebere der Partie „mit großer Intensität“ entgegen: „Wir haben bis zum Wattenscheid-Spiel eine richtig gute Hinrunde hingelegt, danach zweimal verloren. Auf keinen Fall wollen wir mit einer dritten Niederlage in die Pause gehen.“

Beim ASC ist die Zielsetzung genauso klar: „Wir laufen immer noch unserem schlechten Start hinterher, doch die Formkurve zeigte zuletzt nach oben - diesen Trend wollen wir unbedingt mit einem Sieg fortsetzen“, sagt Schwarz, der sich persönlich - selbstkritisch wie er ist - besonders unter Druck setzt: „Ich bin von Oldenburg nach Aplerbeck gekommen, um der Mannschaft zu helfen. Aber bisher bin ich mit mir selbst noch nicht zufrieden.“

Sieben Tore hat er zwar schon geschossen, „aber es gab nur wenige Begegnungen, in denen ich eine richtig gute Leistung abgerufen habe.“ Dazu gehört zweifelsohne das Hinspiel, als Schwarz einen Treffer zum 3:1-Endstand beisteuerte. „Das war überhaupt ein ganz starker Auftritt des ASC“, erinnert sich auch Konya, „schon von daher haben wir jetzt was gutzumachen.“

Emre Konya erwartet ein „hitziges, leidenschaftliches, aber keineswegs unfaires“ Duell. So ähnlich stellt sich das auch Tim Schwarz vor: „Man darf nicht nur auf seine fußballerischen Qualitäten setzen, dafür geht es um zu viel. Wir müssen uns den Erfolg vor allem erarbeiten.“

INFO

Geppert fraglich - Rios bastelt noch

Beim ASC 09 ist der Einsatz von Sebastian Geppert wegen einer Bänderdehnung im Sprunggelenk fraglich. Mischa Mihajlovic rückt vor auf die „Sechs“ und Mustapha Yüksel in die Vierer-Abwehrkette. Oliver Adler, der nahe dran war an einem Platz in der Startelf, fällt wie Philipp Sprenger aus beruflichen Gründen aus.

Beim TuS Eving, wo der zunächst fest eingeplante Sascha Rammel nach seiner Hand-Operation ausfällt, gibt es noch vier Fragezeichen. Die Besetzung der Anfangsformation ist maßgeblich davon abhängig, ob Francis Bugri (Knie) und Philipp Kasperidus (Wade) grünes Licht erhalten. Bei beiden entscheidet sich dies erst am Samstag.

Udo Stark

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