Wilde landet bei WM-Lauf erstmals auf Treppchen

Auf dem Podest fiel eindeutig auf, in welchem Bereich Ina Wilde noch Nachholbedarf hat. Während ihre zwei Kolleginnen gekonnt den Sekt aus den Flaschen spritzen ließen, hatte Wilde so ihre Probleme. "Da", erzählt sie scherzhaft, "sieht man schon, dass ich noch nicht so oft mit Sekt spritzen durfte." Erstmals schaffte es Wilde bei einem WM-Lauf unter die ersten drei Plätze.

Schwerte.. Die Probleme mit der Sektflasche - am Ende egal. Schließlich stand Ina Wilde am zweithöchsten auf dem Podest im tschechischen Sokolov. Der künstliche Wachstumsschub bewies: Sie hatte etwas Einzigartiges geschafft. Noch nie kam die Trial-Europameisterin bei einem WM-Lauf unter die ersten drei Fahrerinnen.

Das Wochenende unterteilte sich Wilde jedoch in zwei unterschiedliche Gefühlshälften. Zwei von fünf WM-Läufen fanden in Tschechien statt, der erste davon am Samstag. "Da ist ziemlich viel schiefgelaufen", konstatiert Wilde. Oft gab es viele Strafpunkte, der siebte Platz, der in der ersten Wertung heraussprang, war deshalb gerade noch zufriedenstellend.

Aber es gab ja noch den Sonntag, an dem der zweite Lauf stattfand, der zu einem der besten ihrer Karriere wurde. Aber warum? Gab es eine wundersame Fehlerbehebung über Nacht? "Ich weiß auch nicht so recht, woran es lag", sagt Wilde. "Aber ich habe mir schon Samstag gedacht, dass ich da viel besser fahren kann."

Dabei begann die erste von drei Runden ( zwölf Sektionen) noch verhalten. 17 Fehlerpunkte waren zumindest zufriedenstellend, doch in den letzten zwei Runden explodierte Wildes Leistung. Sie dezimierte die Fehlerpunkte auf sechs und sieben - und kam ziemlich früh ins Ziel, wo das Bangen begann.

"Normal nicht möglich"

Doch ziemlich fix kristallisierte sich heraus, dass es tatsächlich für den zweiten Platz reichte. "Normalerweise ist das nicht möglich", erklärt die Studentin, die die Erfolgsmeldung ungläubig und enthusiastisch direkt mit ihren Internetfreunden teilte. Auf dem Podest stand sie neben Emma Bristow und Rebekah Cook, zwei Berufsfahrerinnen. Andere Profis ließ sie hinter sich.

In der Gesamtwertung steht sie nun auf Platz vier. Vom WM-Podest geht's nun aber wieder an den Schreibtisch. Der nächste WM-Lauf ist übrigens erst wieder im September. Bis dahin hat Wilde Zeit zumindest ein Defizit aufzuholen: das mit den Sektflaschen...