Wie die Trainer das Lokalderby bewerten

3:0 für den SC Hennen das Lokalduell der Volleyball-Verbandsliga beim VV Schwerte verlief deutlicher als erwartet. Logisch, dass die beiden Trainer diesen Ausgang der Partie am Tag danach unterschiedlich bewerteten.

Schwerte.. Beginnen wir mit dem Sieger: Hennens Coach Christoph Schulte machte einen ziemlich entspannten Eindruck, als wir ihn am Tag danach am Handy erwischten. Eine ganz normale Leistung habe sein Team vor den rund 200 Zuschauern in der Alfred-Berg-Sporthalle abgeliefert, so Schulte.

Zwei Sätze lang bestach der Tabellenführer mit einer geringen Fehlerquote und dem druckvolleren Angriffsspiel im Vergleich zu den Schwerterinnen. "Dass die Mannschaft dann in der Lage ist, im dritten Satz einen deutlichen Rückstand zu drehen, zeugt von Nervenstärke und Ruhe", sagt Schulte.

Aus dieser Ruhe ließ sich der Spitzenreiter auch nicht durch Schultes gut gemeinten, aber fehlerhaften "Aus"-Zuruf zu Beginn der Partie bringen, als der Ball ins Feld fiel und nicht daneben - Punkt für den VV Schwerte. Angesichts des anschließenden Spielverlaufs konnte der Coach seinen Fauxpas aber locker nehmen.

Locker nehmen konnte Schultes Gegenüber Maik Wlodarsch die glatte Niederlage gegen den Ortsnachbarn dagegen nicht - man hatte sich auf Schwerter Seite mehr erhofft gegen den Spitzenreiter. "Natürlich sind wir unzufrieden, vor allem mit der Angriffsleistung", sagt Wlodarsch.

Das fing schon mit einer hohen Aufschlag-Fehlerquote an, die die ersten beiden Sätze überschattet habe, so der Schwerter Coach. "Das kann man sich gegen einen Gegner, der mit so viel Selbstbewusstsein auftritt, nicht erlauben. Und Nervosität lasse ich da als Ausrede nicht gelten." Die Defensivarbeit seiner Schützlinge sei dagegen okay gewesen, analysierte Wlodarsch. Vor allem die junge Libera Nele Hoja wirkte in der Annahme sehr stabil.

Mehr denn je fokussieren sich die Schwerter nun auf den zweiten Tabellenplatz, der am Ende der Saison zur Aufstiegsrelegation berechtigt. "Diesen Platz zwei zu erreichen, ist unser ausdrücklicher Wunsch - auch wenn wir ihn nicht mehr aus eigener Kraft erreichen können, sondern auf einen Ausrutscher des TC Gelsenkirchen hoffen müssen", sagt der Coach. Und das direkte Duell mit den Gelsenkirchenerinnen am 14. Februar müssen sie ohnehin gewinnen.