Wethmar ist nach 162 Tagen an der Spitze abgelöst

Am Sonntagabend hat Alexander Lüggert zu seinem Smartphone gegriffen. Wethmars Trainer verfasste einige Stunden nach dem 1:1 im Top-Duell gegen den Werner SC eine Nachricht an seinen kompletten Kader. "Ich habe den Jungs ein Kompliment für ihre wirklich gute Leistung gemacht", sagt er.

Wethmar.. Der Coach des Fußball-Bezirksligisten ist überzeugt: "Nehmen wir das mit in die letzten Spiele, und konzentrieren wir uns diese zwei Monate auf den Fußball, können wir den Aufstieg schaffen." Ein stärkeres Bezirksliga-Spiel, als das am Sonntag vor 600 Zuschauern am Cappenberger See, habe Lüggert noch nicht gesehen. "Und das lag nicht nur an uns. Auch Werne hat sich voll reingeknallt. Ich habe WSC-Coach Kurtulus Öztürk nach dem Spiel zur Leistung seines Teams gratuliert. Wir haben Respekt voreinander. Wir waren dem Sieg aber diesmal deutlich näher. Nur haben wir es einfach nicht geschafft, das zweite Tor zu erzielen."

Das sah auch Rene Harder, Schütze des zwischenzeitlichen 1:0, so: "Die Chancenverwertung hat nicht gestimmt. Wir hätten gewinnen müssen." "Mit dem Unentschieden können wir gut leben", wusste Wernes Stürmer Youssef Saado. Neun Spiele stehen noch aus. Wethmar, das nach 162 Tagen die Tabellenführung abgeben musste, hat einen Punkt Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Kemminghausen. Werne folgt einen Punkt hinter Wethmar auf Rang drei.

"Kemminghausen spielt noch gegen Nordkirchen, Hannibal und Werne. Da werden Punkte liegen bleiben", sagt Lüggert. Und wenn nicht? "Dann haben sie es unterm Strich auch verdient aufzusteigen. Dann muss man den Hut vor ihrer Leistung ziehen." Aber: "Die Chance, wieder an Kemminghausen vorbeizuziehen, wird kommen", ist Lüggert sicher.

Dazu darf sich die Westfalia aber keine Ausrutscher mehr erlauben. Und dazu muss der Tabellenzweite in den kommenden Wochen wieder seine Möglichkeiten nutzen. Eine Leistung wie am Sonntag sei nämlich nicht immer möglich, glaubt Lüggert: "Das kann man nicht immer abrufen. Wir haben gegen Werne alles gezeigt, was ich in den letzten Jahren versucht habe aufzubauen."

Schon am Sonntag (15 Uhr, Am Stadion 5a, Bergkamen) beim Tabellenachten TuRa Bergkamen erwarte sein Team ein völlig anderes Spiel. "Nach den drei Spitzenspielen zuletzt sind wir diesmal wohl Favorit", sagt Lüggert. "Es besteht immer die Gefahr, dass man solch eine Aufgabe mit Hochmut angeht. Ich werde die Jungs aber entsprechend einnorden."