Westfalia verlangt erweiterte Führungszeugnisse

Unter dem Motto "1:0 für die Sicherheit" setzt der TuS Westfalia Wethmar als einer der ersten Vereine im Stadtgebiet für seinen kompletten Klub die Wünsche der Stadt Lünen sowie des Landes- und Kreissportbundes Unna im Bereich der Prävention bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen um.

Wethmar.. "Jeder Trainer und Übungsleiter der Jugend- und Seniorenabteilung sowie der Fachschaft Fußball und der Freizeit- und Breitensportler muss uns in den nächsten Wochen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Nur wer dieser Aufforderung nachkommt, wird mit uns weiterhin zusammenarbeiten dürfen", sagt Wethmars 2. Vorsitzender und stellvertretender Jugendleiter, Stephan Polplatz.

Damit seien sexuelle Verfehlungen gegenüber Schutzbefohlenen zwar nicht komplett auszuschließen. "Aber so haben wir als Verein alle Möglichkeiten, die im Rahmen unserer Macht stehen, ausgeschöpft und einen großen Beitrag zur Sicherheit der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen geleistet", sagt Polplatz. "Als anerkannt kinderfreundlicher Sportverein, fühlen wir uns zu einer Vorreiterrolle verpflichtet."
Die Bereitschaft, diesen Schritt bereits jetzt zu gehen, hat der Verein schriftlich mit dem Jugendamt der Stadt vereinbart. "Noch ist es nur eine Empfehlung von Seiten der Stadt so zu verfahren. Das wird sich allerdings in Zukunft ändern. Dann werden alle Klubs dazu verpflichtet sein. Andernfalls würden nämlich nur noch verminderte oder gar keine Zuschüsse mehr fließen. Das ist für mich der absolut richtige Weg. Andere Kommunen sind bereits deutlich weiter, setzen dieses Modell längst in die Praxis um", sagt Polplatz.

Nach der Aufregung um einen Fußballschiedsrichter des Kreises Lüdinghausen, der wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material von einem Gericht verurteilt worden war, aber dennoch ein Jugendturnier in Werne gepfiffen hatte, müssen auch alle Referees der Wethmarer ein Führungszeugnis vorlegen.
Mit einer Bescheinigung des Vereins ist es allen ehrenamtlich Tätigen möglich, das erweiterte Führungszeugnis im Bürgerbüro kostenlos zu beantragen. "Der Verein selbst hat aber kein direktes Recht das Zeugnis einzusehen, wir dürfen lediglich eine Vertrauensperson benennen", sagt Polplatz. Dieser muss das Zeugnis nun einmal und dann in einem fünfjährigen Rhythmus vorgezeigt werden.