Westfälischer Verband schafft Handball-Bezirksliga ab

Die Bezirksebenen Nord und Süd des Westfälischen Handballverbands werden zum Spieljahr 2016/2017 abgeschafft. Das hat das Präsidium des Handballverbands Westfalen mehrheitlich entschieden. Der Wegfall der Bezirksebenen hat große Auswirkungen auf die Landes- und Bezirksligen.

Lünen.. Die demografische Entwicklung und die rückläufigen Mannschaftszahlen veranlassten das Präsidium des Handballverbands Westfalen zu dieser Entscheidung. "Es ist keine Hauruck-Aktion. Wir müssen uns mit Weitsicht mittelfristig aufstellen", sagte Michael Neuhaus, Präsident des Handballverbands Westfalen, in den Westfälischen Nachrichten.

Walter Kraft, Vorsitzender des Handballbezirks Süd, bedauert den Entschluss. "Der Grund ist für mich nicht nachvollziehbar. Der demografische Wandel trifft auf alle Sportarten zu", sagt er. Kraft bezeichnet den Bezirk Süd als "intaktes Gebilde", das vor allem im Schiedsrichterwesen sehr gut aufgestellt sei und sich vor keinem anderen Bezirk verstecken müsse.

Durch die Auflösung der Bezirksebene wird die Organisation und Durchführung des Spielbetriebs in den Landes- und Bezirksligen auf neue Schultern verteilt. Der Verband regelt künftig den Spielbetrieb in den Landesligen. Die einzelnen Handballkreise übernehmen die Verantwortung für die derzeitigen Bezirksligen.

Im westfälischen Bezirk Nord werden die Bezirksligen durch so genannte Kreis-Oberligen ersetzt. Bei den Männern müssen diese Ligen über je 14 Vereine verfügen. Bei den Frauen sind es zwölf Teams. Die Bezirksligisten spielen im Bezirk Nord nach der Saison 2015/2016 automatisch in ihrer jeweiligen Kreis-Oberliga. Komplettiert wird diese Liga von den besten Teams der Kreisliga, die dann automatisch aufsteigen, bis die nötige Klassenstärke erreicht ist.

ImKreis Hellweg, der zum südlichen Bezirk gehört und aktuell zwölf Bezirksligisten stellt, gibt es dazu Gedankenspiele. "Wir können eine neue, eigene Liga aufstellen", versichert Helmut Hubeny, Vorsitzender des Handballkreises Hellweg, zu dem unter anderem der TV Werne, PSV Bork, VfL Brambauer, SuS Oberaden und Lüner SV gehören.

Die Entscheidung des Verbands kann Hubeny nachvollziehen. "Aufgrund der rückläufigen Zahlen ist der Schritt zwingend notwendig", sagt er. Wie die neuen Ligen im Bezirk Süd genannt werden, stehe allerdings noch nicht fest.

Die zwölf Bezirksligisten, die aktuell zum Kreis Hellweg gehören, wären ab der Spielzeit 2016/2017 automatisch in der neuen Liga gesetzt. Die zwei stärksten Teams der Kreisliga Hellweg, aktuell der SuS Oberaden II und der VfL Kamen, würden die neue Hellweg-Liga komplettieren.

Endgültige Entscheidung fällt Anfang März

Andere Vorstellungen hat der Handballkreis Industrie, zu dem der SuS Olfen gehört. Aktuell stellt Industrie sieben Bezirksligisten. Die Einführung einer Kreis-Oberliga sei hier jedoch eher unwahrscheinlich. "Diese Ligen wird es, anders als im Bezirk Nord, bei uns im Kreis nicht geben", sagt Olaf Strunk, Vorsitzender des Kreises Industrie.

Vielmehr pocht Strunk darauf, dass die Regularien und Strukturen der Bezirksligen erhalten bleiben. Bei einer Sitzung am Montag, 9. Februar, in Dortmund, zu der alle Handballkreise eingeladen sind, soll über die Organisation beratschlagt werden.

Die endgültige Entscheidung fällt am 8. März in einer erweiterten Sitzung des Vorstands des Handballverbands Westfalen.