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BVB-Handball

Vogler froh - Leistungsträgerinnen bleiben

19.05.2011 | 19:07 Uhr
Vogler froh - Leistungsträgerinnen bleiben
Spielen bald zusammen: Dagmara Kowalska und Steffi Glathe mit Esther Meyfarth (rechs), die den BVB zur neuen Saison verstärkt

Vier Wochen lang hat Alice Vogler verhandelt, geredet, telefoniert und argumentiert, um das Gesicht ihrer neuen Mannschaft zu prägen. Donnerstag ging die Nachfolgerin von Gustl Wilke als Trainerin der BVB-Handballerinnen mit dem Ergebnis ihrer Arbeit an die Öffentlichkeit. Bis auf wenige Details hat sich nichts gegenüber der Vorsaison geändert. Einziger Neuzugang ist Esther Meyfarth vom Bundesliga-Aufsteiger Bad Wildungen. Einziger Abgang Kreisläuferin Nicola Scholl, die Beruf und Sport nicht mehr unter einem Hut bekommt.

Sieht unterm Strich nach wenig aus, ist es aber nicht. Denn das Ergebnis, die erfahrenen Leistungsträgerinnen wie Dagmara Kowalska, Natasha Kocevska, Zuzanna Porvaznikova, Steffi Glathe oder Torfrau Magdalena Chemicz für die neue eingleisige 2. Liga in Dortmund halten zu können, darf durchaus als absolut positiv bewerten werden. „Das ist ein Riesenerfolg. Wir bleiben zusammen. Und das zu neuen, nicht unbedingt besseren Konditionen“, freute sich Alice Vogler.

Harter Kampf um
Svenja Spriestersbach

Eine besonders heikle Aufgabe war die Personalie Svenja Spriestersbach. Die hatte eigentlich schon ihren Abschied erklärt, wurde dann aber durch Alice Vogler zum Weitermachen überredet. „Das war nicht ganz so einfach“, schmunzelte die neue BVB-Trainerin, „aber selbst Fahrstrecken von 150 km zum Training konnten Svenja nicht davon abhalten, mit diesem Team zusammenzuarbeiten.“

„Im Grunde ist das auch eine neue Situation für uns“, sagte Alice Vogler, „denn Svenja Spriestersbach ist ja als Ersatz für die verletzte Dagmara Kowalska gekommen. Sie werden jetzt erstmals zusammen auflaufen.“

Info
Ganzheitliches Konzept überzeugte - Start in Altlandsberg

Als ganzheitliches Konzept sieht Alice Vogler (Foto) die intensivere Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft, die nach ihrem Aufstieg ja nur eine Klasse tiefer spielt. Angedacht ist sogar ein Doppelspieltag von erster und zweiter Mannschaft in der Halle Wellinghofen, was organisatorisch aber nicht nicht geklärt ist.

Wichtigste Neuerung. „Im Training wollen wir niemals mehr weniger als 15 Spielerinnen sein“, sagte Vogler klipp und klar. Zur Erinnerung: Noch im Vorjahr bekam Gustl Wilke auf Grund der Verletzungsmisere zeitweise nur sechs oder sieben Spielerinnen zusammen.

Trainingsbeginn der BVB-Damen ist am 20. Juni, wobei nach Aussage von Alice Vogler die ersten zehn Tage im Zeichen der Gesundheitsüberprüfung stehen. Danach folgen zahlreiche Testspiele, ehe es am 10. September mit dem Auswärtsspiel in Altlandsberg in die Meisterschaft geht. Eine Woche später am 17. September folgt dann das ersten Heimspiel gegen Metzingen.

„Eine Allrounderin sollte noch her!“, hatte sich die neue Trainerin gewünscht. Beim Erstliga-Aufsteiger Bad Wildungen wurde man fündig. Mit Esther Meyfarth wurde solch eine Allrounderin gefunden. Die 20- jährige angehende Sportstudentin ist nicht nur flexibel im Rückraum und auf der Außenposition einsetzbar, damit kann sie auch Julia Wolf ersetzen, die ihr erstes Kind erwartet. Herausragendes Merkmal von Esther Meyfarth ist aber ihre Abwehrstärke. „Esther ist wie ein Abwehrbollwerk, sie passt genau in unsere Strategie. Wir wollen die Abwehr stärken und noch intensiveren Tempohandball spielen. Dazu kommt unser ganzheitliches Konzept“, erläuterte Vogler (siehe Info-Box).

Abgerundet wird das Aufgebot mit Karina Schäfer, Anna-Lena Tomlik, Stella Kramer, Kira Brandes, Hanna Vietz, Miriam Schlierkamp und den beiden Torfrauen Magdalena Chemicz und Hellen Trodler.

Bleibt die Frage, mit welchem Ziel die Borussinnen in die neue eingleisige 2. Liga starten? Das Wort vom Aufstieg will Alice Vogler dabei partout nicht über die Lippen kommen. „Nein, daran denke ich nicht. Die obere Hälfte wäre schon ein Erfolg. Wir müssen die Konkurrenz erstmal kennenlernen, sicherlich haben alle aufgerüstet und wir haben mit Sicherheit nicht den größten Etat.“

Peter Kehl

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