Vier Stürmer - aber kein Tor für den BVB 2
18.04.2010 | 19:00 Uhr 2010-04-18T19:00:00+0200
Die Hoffnung auf einen Sieg beim ebenfalls abstiegsdrohten Konkurrenten RW Erfurt hat sich für den Fußball-Drittligisten BVB 2 nicht erfüllt. Mit 1:0 (1:0) setzten sich die Thüringer ausgesprochen glücklich durch und brachten dem BVB die siebte Niederlage im achten Spiel bei.
Den Borussen blieb am Ende nur der ziemlich schwache Trost, die bessere Mannschaft gewesen zu sein, die zahlreichen Torchancen aber nicht genutzt zu haben. Wie so oft in der Vergangenheit.
Borussen-Coach Theo Schneider, der von einem positiven Aufwärtstrend sprach, wollte auch nicht lange um den heißen Brei herumreden. Jetzt helfe kein Spekulieren mehr, jetzt müsse man nur noch auf sich selbst schauen und am Mittwoch im Heimspiel gegen Heidenheim drei Punkte erzwingen. Wenn nicht gegen Heidenheim, wann sonst, möchte man hinzufügen, könnte am Dienstag und Mittwoch doch bereits mehr als eine kleine Vorentscheidung in Sachen Abstieg fallen. Denn 24 Stunden bevor der BVB den Tabellen-Sechsten aus Heidenheim im Stadion Rote Erde empfängt, kommt es in Bremen zum Derby gegen Jahn Regensburg. Der Tabellen-17. gegen den Tabellen-16. Im Falle eines Bremer Sieges würde der Vorsprung der Norddeutschen auf den BVB 2 auf sechs Punkte anwachsen, der Druck auf die Jung-Borussen vor dem Anpfiff gegen Heidenheim wäre riesig.
Dass es soweit erst gar hätte kommen müssen, verdeutlichte erneut die Partie vor 5300 Zuschauern im Erfurter Steigerwaldstadion. Nach nur sieben Minuten hatte Daniel Ginczek das 1:0 auf dem Fuß, als er allein vor Erfurts Torwart Orlishausen auftauchte - und vergab. Doch Erfurt ließ sich trotz dieser Schrecksekunde nicht beirren und nutzte die erste Ecke der Partie prompt zur Führung. Rockenbach da Silva trat das Leder in die Mitte, wo Kammlott goldrichtig stand und vollstreckte (11.). Nur drei Minuten später wehrte BVB-Keeper Marcel Höttecke mit einer starken Parade den zweiten Treffer von Kammlott ab.
Das war's dann aber auch für Erfurt. Danach drückte der BVB, vergab Großchancen durch Sobiech (25.) und Vrzogic (30.). Im zweiten Durchgang erhöhte der BVB den Druck, war engagierter und drückte auf den Ausgleich. Hatte Schneider die Partie bereits mit drei Stürmern (Ginczek, Hille, Öztekin) und dem offensiven Sebastian Tyrala begonnen, brachte er ab der 66. Minute mit Stiepermann (für Großkreutz) Stürmer Nr. 4. In der letzten Viertelstunde ging Schneider volles Risiko, schickte auch noch Lasse Sobiech nach vorn, der in der 75. Minute im Strafraum gefoult wurde. Der Pfiff schon Schiedsrichter Florian Benedum blieb aber aus. Ebenso wie das alles erlösende Ausgleichstor in einer hektischen Schlussphase.
BVB 2: Höttecke - Evers (46. Piossek) , Sobiech, Neumeister, Vrzogic - Nottbeck, Tyrala, Großkreutz (66. Stiepermann) - Hille, Ginczek, Öztekin (74. Boztepe) Tore: 1:0 Kammlott (11.). Zuschauer: 5300
Info:Taktik geändert
Theo Schneider hatte seine taktische Marschroute kurzfristig noch einmal geändert und anders als zuletzt gegen Aue mit Marcel Großkreutz neben Lukas Nottbeck einen zweiten „Sechser” eingebaut. Ausschlaggebend dafür war auch, dass sich Großkreutz trotz seiner permanenten Rückenbeschwerden einsatzbereit zurückgemeldet hatte.
Dennoch war die Startformation offensiver ausgerichtet. Neben Sebastian Tyrala sollten Sebastian Hille und Yasin Öztekin die Sturmspitze Daniel Ginczek nach vorne tatkräftig unterstützen.
Ginczek war wie Marcel Höttecke und Marco Stiepermann erst nach dem Abschlusstraining der Profis nachgereist.
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