SV Lünen geht zum ersten Mal ins dritte Jahr

18 Spiele, drei Siege, ein Unentschieden, sieben Punkte. So die Bilanz des Wasserball-Zweitligisten SV Lünen in der am Sonntag beendeten Saison. Das reichte für den vorletzten Tabellenplatz. Der Abstieg wurde verhindert. In letzter Minute. So geht der SVL ins dritte Zweitliga-Jahr in Folge.

Lünen.. Es hatte wohl niemand im Lüner Lager damit gerechnet, dass die Mannschaft in ihrem zweiten Zweitliga-Jahr tatsächlich noch einmal zittern müsste. Dann aber sorgte Schlusslicht Rheinhausen am Freitagabend mit dem 7:6 über Meister ASC Duisburg II für die Wasserball-Sensation des Jahres.

Franz-Josef Richter, Vorsitzender der Lüner, fand klare Worte für diese Überraschung: "Das ist ein sportlich unfaires Verhalten des ASC." Tatsächlich war eine Duisburger Niederlage beim zuletzt fast immer hoffnungslos unterlegenem Tabellenletzten undenkbar. Die ASC-Reserve, angereist mit vielen Ersatz- und Jugendspielern, konnte sich die Pleite im Duisburger Stadtteil aber leisten. Der Titel war schon sicher.

Plötzlich war der SVL wieder unter Zugzwang. Gegen Krefeld musste für den Klassenerhalt mindestens ein Punkt her. Die Lüner meisterten die unerwartete Hürde mit Bravour. Das 13:8 war nie gefährdet, die Leistung des Gastgebers im Lippe Bad beeindruckend. Richter war überzeugt, den Vater des Erfolgs zu kennen: "Jens Blomenkemper ist immer ruhig geblieben. Er hat taktisch alles richtig gemacht."

Der Trainer lauschte dem Lob mit einem Lächeln. Und gab die Komplimente gleich an seine Spieler weiter. "Die Jungs leisten Unglaubliches. Das ist nicht hoch genug zu bewerten. Unsere Konkurrenten in der 2. Liga haben ganz andere Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung."

Dennoch stellten die jungen Lüner, am Sonntag unterstützt durch die Routiniers Olaf Bispinghoff und Alex Kampmann, einen Rekord auf. Erstmals wird ein SVL-Team ein drittes Zweitliga-Jahr in Folge spielen. "Und das verdient", so Blomenkemper. "Wir haben in vielen Spielen gezeigt, dass wir mithalten können in dieser Klasse."

Das Umfeld der Wasserballer honoriert das längst. Das Lippe Bad war am Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt. "Jetzt hoffen wir, dass auch die Stadt Lünen wahrnimmt, was sich hier tut", sagt Richter. Der Wunsch des SVL: Die Heimspiele Samstagabends auszutragen. "Das würde uns noch eine ganz andere Öffentlichkeit bieten", ist sich Richter sicher.