Sportlich unattraktiv - droht dem Turnier das Aus?

Droht der Lüner Fußball-Hallenstadtmeisterschaft das Aus? Peter Marx, 2. Vorsitzender des diesjährigen Siegers Lüner SV, schlägt Alarm. Er sieht die Titelkämpfe in der Rundsporthalle in ihrer aktuellen Form gefährdet. Das Leistungsgefälle zwischen den Teams sei zu groß, Preisgeld und Umsatzbeteiligung würden ungleich verteilt.

Lünen.. Marx äußerte seine Bedenken am Dienstagabend auf der Versammlung der Fachschaft Fußball im Haus Lüggert. "Wenn wir nicht handeln, wird die Stadtmeisterschaft bald tot sein", so Marx. Mannschaften wie die SG Gahmen und der FC Brambauer 2012, die in diesem Jahr in der Vorrunde beide über 30 Gegentore kassiert haben, würden für eine Wettbewerbsverzerrung sorgen. Niemand wisse zudem, wie lange diese Mannschaften noch existieren würden. "Mit dann nur noch acht Teams wäre das Turnier nicht mehr attraktiv. Auch nicht für die Ausrichter", sagt Marx.

Sein zweiter Kritikpunkt: das Preisgeld. 275 Euro gingen an den Sieger Lüner SV, 225 Euro an die zweitplatzierten Wethmarer. 75 Euro erhielten aber auch noch die schlechtesten Mannschaften, die zudem mit über 500 Euro an den Umsätzen beteiligt wurden. "Wir überlegen, ob es nicht attraktiver ist, an den Dortmunder Kreismeisterschaften teilzunehmen. Unsere Mannschaft kostet Geld. Und das trifft auch auf andere Teams in Lünen zu. Da sind andere Veranstaltungen für uns einfach sinnvoller", sagte der 2. LSV-Vorsitzende. "Dann könnten wir zu den Stadtmeisterschaften nur noch eine B-Mannschaft schicken."

Das schmeckte dem Fachschaftsvorsitzenden Karl-Heinz Schulze gar nicht. Rainer Schmeltzer, Vorsitzender des BV Brambauer-Lünen, pflichtete Marx in vielen Punkten aber bei. Sein Vorschlag: "Wir bestimmen drei Personen aus verschiedenen Vereinen, die darüber nachdenken, was anders laufen könnte." Gesagt, getan: Marx, Schmeltzer und Wethmars 2. Vorsitzender Stephan Polplatz erklärten sich bereit, gemeinsam mit dem Fachschaft-Vorstand um Schulze eine Arbeitsgruppe zu bilden. Komplettiert werden soll sie durch ein Vorstandsmitglied des TuS Niederaden. "Wir wollen eine Diskussionsgrundlage für die nächste Sitzung der Fachschaft bilden", so Schmeltzer.

Das Ziel: "Die Meisterschaften beibehalten", so Marx, der sich aber vorstellen kann, die Lüner Titelkämpfe künftig als offene Stadtmeisterschaft auszuschreiben: "Wieso nehmen wir nicht Bork, Cappenberg oder Selm dazu? Das würde mehr Zuschauer und vielleicht auch neue Sponsoren bringen."

Dazu bedarf es allerdings einer Satzungsänderung durch den Stadtsportverband. Stadtmeisterschaften dürfen bislang auch nur mit Lüner Teams bestritten werden. "Und nicht alle Fachschaften im Stadtsportverband sind für eine Öffnung", sagte Wethmar-Chef Manfred Chojnicki. Die Zustimmung von Jörg Minnerup, Vorsitzender der Fachschaft Jugendfußball, scheint sicher: "Denn der Nachwuchs hat ähnliche Probleme."