Spiel gegen Trier der Knackpunkt
18.02.2010 | 19:53 Uhr 2010-02-18T19:53:00+0100
Dortmund. Der Blick auf die Tabelle gehört in dieser Saison zu den unangenehmen Dingen für Jochen Busch und Gustl Wilke. Von Beginn an läuft der BVB der Musik hinterher. Fünf Punkte Rückstand sind es derzeit.
Die Hoffnung auf den Klassenverbleib kann nur aufrecht erhalten werden, wenn die Handballerinnen eine Siegesserie hinlegen. Alles dreht sich dabei um Trier. Trier wird der Knackpunkt. Das predigen sie seit Wochen. Die Partie gegen Trier wollten Trainer und Abteilungsleitung abwarten, bevor der „Kader der Zukunft” bekannt gegeben wird. Samstag, ab 19 Uhr, wissen sie mehr: dann kommt Trier in die Halle Wellinghofen.
Die Miezen von der Mosel werden fauchen und kratzen und beißen. Denn seit drei Wochen haben sie einen neuen Trainer. Ausgerechnet Thomas Happe, der den BVB aus dem Eff-Eff kennt, weil er fünfeinhalb Jahre dort gearbeitet hat. Von Dezember 2002 bis Juni 2008. Und der seinen größten Erfolg kurz nach seinem Amtsantritt mit dem Gewinn des Challenge-Cup feierte (2003). Übrigens im Halbfinale gegen die Miezen, die ein paar Wochen später deutscher Meister wurden.
Anfang der Woche hatten Busch und Wilke noch eine knifflige Aufgabe vor der Brust. Nach der „blamablen Vorstellung von Nellingen” im Pokal haben sie bei der Mannschaft Tachelles geredet. Die Rechte der Spielerinnen genannt, aber sie vor allem an ihre Pflichten erinnert. „Sie suchen die Schuld immer nur bei den anderen”, kommt Wilke schon wieder in Rage, „es ist eine Charaktersache, dass sie auch ihre eigene Leistung hinterfragen. Charakter- und Willenssache ist auch die Abwehrarbeit. Und die fängt mit dem Zurücklaufen an. Diese Niederlage war für mich der der Tiefpunkt seit meinem Wiedereinstieg beim BVB.” Dass die gegnerischen Torhüter regelmäßig zu den Besten zählen, „liegt auch an unserem naiven Angriffs - und Wurfverhalten.”
Kritik war das eine, die Mannschaft auf das „Abstiegsendspiel” einzuschwören, das andere. „Wenn wir untergehen, dann mit fliegenden Fahnen”, fordert der Trainer, und dass die Mannschaft versuchen müsse, „durch unbändigen Kampf das Publikum mitzunehmen und zu begeistern. Ein Stimmung wie zuletzt gegen Leverkusen könnte uns Flügel verleihen.”
Happe kennt den BVB, Wilke die „Miezen”, bei denen Ex-Borussin Willemijn Karsten nach langer Krankheitspause im Rückraum für Dampf und gesunden Konkurrenzkampf (mit Nadja Nadgornaja) sorgt. Im mittleren Rückraum steht mit Anne Jochin einer der besten Regissuerinnen der Liga, und auf der rechten Seite mit Lydia Jakubisova eine bärenstarke, weil fintenreiche Schützin. Auch auf Rechtsaußen (Svenja Huber) und am Kreis (Silvia Solic und Stefanie Egger) sind die Miezen überdurchschnittlich besetzt. Überhaupt sind sie weit besser als es der Punktestand aussagt. Wenn sich der BVB (4 Punkte) in den unteren Regionen orientiert, dann sollte er versuchen, Celle und Sindelfingen (beide 9) anzugreifen.
Mit den Fans als „achter Frau” kann es gelingen. Übrigens: wer aus dem Westfalenstadion kommt und eine Karte vorzeigt, bekommt Handball für fünf Euro zu sehen. Und vielleicht den zweiten Sieg...
INFO:
Die Miezen sind das Original. Miezen kommt von MJC (Marianische Jünglings-Kongregation). Das passt, das ist originell. Einer macht's vor - und findet Nachahmer.
Andere Klubs haben das schlicht nachgeahmt. Wenig witzig. Da gibt's Piranhas und Bären. Wie wär's mit Blomberger Würgenattern? Und der HC Leipzig könnte sich, das liegt nahe wegen des Namens des Managers, Kai-Sven Hähner, den Beinamen Hühner geben. Was passt zum BVB? Kängurus vielleicht. Er soll große Sprünge mit leerem Beutel machen.
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