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Souveräner Titelgewinn

19.08.2012 | 19:48 Uhr
Souveräner Titelgewinn
Der Männer-Meister: Borussia Höchsten.Foto: Bodo Goeke

 Nach längerer Durststrecke gewinnen  die Höchstener Männer  wieder die Stadtmeisterschaft – klarer Finalerfolg gegen den OSC. Die Drittliga-Frauen des BVB müssen sich nach 2011 zum zweiten Mal in Folge dem ASC beugen.

Der Stadtmeistertitel, das hatte Höchstens Trainer Carsten Hergert noch kurz vor der Stadtmeisterschaft versichert, sei ihm eher nicht so wichtig. Aber: „Die Jungs brennen darauf, das Turnier endlich mal wieder zu gewinnen“, erklärte Hergert, „für mich sind das eher Vorbereitungsspiele, die wir nutzen wollen, um uns zu verbessern.“ Sei’s drum, nach dem 12:7-Finalerfolg gegen den OSC mussten die Borussen nicht lange nach Gründen zum Feiern suchen. Die Spieler bejubelten ihren Triumph nach vierjähriger Pause, der Trainer konnte mit einer rundum gelungenen Vorbereitungseinheit zufrieden sein.

Zumal die Höchstener dieses Finale klar für sich entschieden. „Da gibt’s gar keine Frage: Höchsten hat verdient gewonnen“, stellte OSC-Trainer Thorsten Stoschek fest. Zwar hatte sein Team (das übrigens zum dritten Mal in Folge gegen Höchsten nicht gewann) das erste Tor des Endspiels erzielt, danach aber kaum noch etwas getroffen – und dann ziemlich schnell die Lust verloren.

Zu unpräzise, zu überhastet

„Viel zu unpräzise in den Aktionen, viel zu überhastet“, ärgerte sich der OSC-Trainer, der erst seit vergangener Woche seine (fast) komplette Mannschaft beisammen hat. Die Höchstener hingegen hatten sich schnell einen Vorsprung herausgespielt (5:1, 8.) und den in der 20minütigen Spielzeit auch nicht mehr hergegeben. „Das war eine ordentliche Vorstellung“, freute sich Trainer Hergert, „die Jungs sind für ihren Einsatz belohnt worden.“ Sie hatten es sich ja auch fest vorgenommen.

Nach großen Überraschungen suchte man bei diesen Titelkämpfen vergeblich. Mit Höchsten, dem OSC und Hombruch erreichten die drei Verbandsligisten die Halbfinalpartien, mit dem ATV Dorstfeld ein ehemaliger Verbandsligist. Die Dorstfelder machten es dem neuen Stadtmeister im Semifinale alles andere als leicht, mit 8:11 mussten sie sich geschlagen geben. Was Trainer Martin Volkert zwar wurmte, dennoch vergaß er nicht, die Fortschritte bei seinem Team zu loben. „Wir sind in der Vorbereitung deutlich weiter als vor einem Jahr“, merkte er an, „insbesondere im Bereich Kondition und Fitness.“

Die nächste Coup: Die ASC-Frauen wiederholen den Titelgewinn. Foto Bodo Goeke

Die meisten Probleme, die Vorrunde zu überstehen, hatte Westfalia Hombruch. Im Gruppenspiel lagen die Hombrucher gegen den l Landesligisten Westfalia Hörde schon mit 4:8 hinten, erreichten aber auf der Ziellinie noch ein 8:8-Unentschieden, was zum weiterkommen reichte. Im Halbfinale gegen den OSC (die Wiederholung des letztjährigen Finals) hielten sich die Hombrucher lange gut, „die schlauere Mannschaft hat sich da durchgesetzt“, bewertet Hombruchs Trainer Kai Ruben.

Die ASC-Frauen machen es noch einmal

Wunder gibt es immer wieder“, oder „...nicht auf Bestellung“, „...auf keinen Fall zweimal in Folge...“

Den Handballerinnen des ASC war es am Samstag kurz nach 18 Uhr völlig gleichgültig, welches Gesetz oder welche Redensart sie außer Kraft gesetzt hatten. Sie waren wieder Stadtmeister, wieder durch einen Finalsieg über den favorisierten BVB II. Dramatisch war’s, hochspannend bis zur letzten Sekunde. Am Ende erzielte Kreisläuferin Vivien Busse das 10:9, Gegner BVB versuchte noch zwei Verzweiflungsschüsse und dann kannte der Jubel keine Grenzen.

Was im Fußball gang und gäbe ist, dass im Pokal oder auch bei einem Turnier ein Kleiner mal einen Großen schlägt, ist im Handball die Ausnahme. Und so war Drittligist BVB II als klarer Favorit in dieses Finale gegangen – wie schon im letzten Jahr. Trainerin Sandra Rother hatte sich im Vorfeld zwar sehr vorsichtig geäußert aber ihre Reaktion nach dem Spiel war eindeutig: „Mit solch einer Einstellung brauchen wir gar nicht erst in die Meisterschaft zu starten“, schimpfte sie außer sich, „wir sind individuell besser besetzt, physisch stärker, haben auch handballerisch klare Vorteile – da darf man nicht so auftreten.“

In der Tat waren in Sachen Einstellung und Emotion die Vorteile klar auf Aplerbecker Seite, aber der ASC hatte auch noch einiges mehr zu bieten. Vor dem zweiten Oberliga-Jahr zeigte sich die Mannschaft um die nach wie vor herausragende Nicol Bojda mit ihren drei Verstärkungen individuell und in der Breite deutlich besser aufgestellt. Spielerisch ist sicher noch Luft nach oben, aber Trainer Tobias Fenske setzte beeindruckende taktische Akzente: Mit der spielenden Torhüterin – Vanessa Sudolski und Melina Fabisch hatten den schnellen Wechsel sehr gut im Griff – wurde nicht nur eine Unterzahl kompensiert, am Ende hatten sie durchgehend sieben Angreiferinnen auf dem Feld. „Das wollen wir auch in der Meisterschaft regelmäßig so spielen“, kündigte Fenske an. Am Samstag hat sich das Risiko jedenfalls ausgezahlt.

Beim BVB 2 hat Sandra Rother noch reichlich Arbeit vor sich, in erster Linie im mentalen Bereich – wie schon in der vergangenen Saison. Ein Kopf, oder überhaupt Hierarchien, wie sie gerade eine junge Mannschaft dringend braucht, müssen unbedingt gefunden werden.

Timm Becker, Volker Surkamp



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