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"So haben wir in Peking keine Aussicht auf eine Medaille"

01.06.2008 | 19:06 Uhr

Auf dem Rotsee schlugen die Wogen hoch: Der Deutschland-Achter verpasste als Fünfter erstmals seit Jahren wieder das Treppchen bei der Rotsee-Regatta und kam über zehn Sekunden hinter dem Siegerboot aus Kanada ins Ziel. ...

Auch der Frauenachter wurde Fünfter, wobei der Abstand zum Ersten, Weltmeister USA, mit viereinhalb Sekunden im Rahmen blieb. (Bild: Carsten Oberhagemann)

... So weit fuhr das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes lange nicht hinter der Weltspitze her. Entsprechend enttäuscht war Bundestrainer Dieter Grahn: "Der Abstand war deutlich - das kann man nicht beschönigen. So haben wir bei Olympia keine Medaillenchance." Von Start an war das Finale nicht das Rennen der Crew, der der Bundestrainer sein Vertrauen geschenkt hatte. "Schon die ersten drei Schläge waren schlecht. Hier in Luzern haben wir uns von Rennen zu Rennen verschlechtert", meinte Steuermann Peter Thiede. Er konnte aber am wenigsten dazu.

Vielmehr sollen nun die Athleten an den Riemen in die Pflicht genommen werden. Maßlos enttäuscht war denn auch Schlagmann Bernd Heidicker: "Das war wohl die letzte Chance für die Besatzung - und irgendwann kommt auch mal der Schlagmann in die Bredouille." Schnellschüsse stehen bei den Ruderern nicht auf der Tagesordnung, vielmehr soll eine ausgiebige Analyse mit Auswertung der Videobilder des gesamten Riemenbereichs zu Rate gezogen werden. Frühestens Mittwoch wollen Grahn und Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes, verkünden, wie es weitergehen soll auf dem Weg nach Peking. Gespannt auf mögliche Entwicklungen sind natürlich auch die Vierer, die als Fünfte (Adamski/Käufer/Seifert/Hauffe) und Siebte (Flach/Mennigen/Penkner/Wilke) weiter auf ihr Olympiaticket hoffen. Genauso wie Eichner/Naruhn, die im Zweier den zehnten Platz belegten.

Aus Dortmunder Sicht erreichte kein einziges Boot auf dem Rotsee einen Medaillenrang. Auch der Frauenachter wurde Fünfter, wobei der Abstand zum Ersten, Weltmeister USA, mit viereinhalb Sekunden im Rahmen blieb. Bundestrainer Ralf Holtmeyer blieb gelassen: "Das war heute ein kleiner Dämpfer. Das Wochenende hat aber insgesamt gezeigt, dass wir einen deutlichen Schritt nach vorn getan haben." Seine wichtige Erkenntnis vom Rotsee: Er will an der Besetzung von Luzern - mit Lenka Wech und Maren Derlien sowie der lange verletzten Nicole Zimmermann - festhalten und plant in Peking einen Doppelstart mit Wech/Derlien zusätzlich im Zweier. Holtmeyer: "Nur so haben wir in beiden Booten eine Medaillenchance."

Von Carsten Oberhagemann

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