Schwerter Teams zittern - oder sind zufrieden

Zwar tauschte der Geisecker SV den Abstiegsplatz mit seinem Nachbarn ETuS/DJK Schwerte (1:3 in Wetter), befreien konnte sich das Podeschwa-Team durch das bittere 2:2 gegen den FSV Gevelsberg jedoch auch nicht. In Partystimmung war nach dem 1:0 dagegen der VfB Westhofen.

Schwerte.. "Unnötig und unverständlich" fand Gregor Podeschwa, Trainer des Geisecker SV, mit einem Tag Abstand, dass seine Schützlinge die frühe 2:0-Führung gegen einen direkten Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt nicht ins Ziel retten konnten.

"Die erste Halbzeit war richtig gut und es gab keinen Grund, einen Gang zurückzuschalten", meinte der Coach. Genau das taten die Geisecker aber - mit der Folge, dass Gevelsberg noch ausgleichen konnte.

So haben die "Kleeblätter" zwar die Abstiegsränge verlassen, ohne sich aber darüber so richtig freuen zu können - der Kampf um den Klassenerhalt ist und bleibt eine Zitterpartie.

Hellseher-Fähigkeiten im Abstiegskampf? Die wären in der Bezirksliga derzeit beliebter als Berlin-Reisen für BVB-Fans. Doch ETuS/DJK-Trainer Andr Haberschuss besitzt sie nicht, auch wenn er das 1:0 durch Musa Yildiz per direkter Ecke angekündigt hatte. Beim Aufwärmen habe er beobachtet, dass Wetters Keeper Reike wankt, wenn hohe Bälle auf ihn zufliegen.

Also war der Plan, Standards scharf aufs Tor zu ziehen. Auch der Match-Plan, den Haberschuss konzipiert hatte, ging beim Fast-Meister FC Wetter beinahe auf. Tief stehen, den Gegner agieren lassen - bis zur 45. Minute klappte das. Dann klärte der ETuS/DJK zu inkonsequent und kassierte das lähmende 1:1 direkt vor der Pause. Danach drückte Wetter aufs nächste Tor, eine erneute Nachlässigkeit brachte es.

Der ETuS/DJK aber kämpfte wie ein K.o.-bedrohter Boxer weiter. Kadir Ciceks Schuss prallte an den Innenpfosten, Dennis Frohns Volleyabnahme flog ganz knapp am Tor vorbei. In der Summe sind das zwar null Punkte und der Rückfall auf einen Abstiegsplatz, aber eben auch Lichtblicke im eher düsteren Osten der Stadt. "Mich ärgert‘s", gibt Haberschuss zu, "aber wir haben eine absolut gute Mannschaftsleistung gebracht. Und das stimmt mich positiv für die nächsten Wochen."

Details der Rückfahrt wollte Michael Kalwa nicht verraten. Zurückhaltend-lakonisch berichtete er von einer "guten Stimmung". Der VfB Westhofen hatte eigens für das Spiel beim Jetzt-Dritten Breckerfeld einen Bus gechartert: 20 Aktive und 45 Stimmen-Aktive verbrachten den je rund 30 Kilometer langen Weg gemeinsam. Die Party auf dem Rückweg hatte Kalwas Team organisiert.

"Es passte einfach alles", meint er mit einem Tag Abstand. Der Klassenerhalt, so tönt es durch, sei fix. Bei noch vier Spielen hat der VfB zehn Punkte Vorsprung und ein vergleichsweise gutes Torverhältnis. "Wir mussten einiges investieren. Das waren hart erkämpfte, ganz wichtige drei Punkte", sagt Kalwa.

Die von seinem sieben Ligen höher coachenden Trainerkollegen Jürgen Klopp fingierte Kampfspiel-Beschreibung "Ganzkörper-Prellung" fand er am passendsten. Für Lucas Tielemann fiel die Diagnose jedoch drastischer aus: Er erlitt bei einem Sturz einen Bruch oberhalb des Handgelenks, sein Arm ist bereits in Gips verpackt.

Derby-Spezialist gegen Energiesauger

Frank Henes war sich am Tag nach dem 1:1 beim VfL Schwerte schon ein wenig zu siegessicher: Ein schöner Nebeneffekt - neben dem fast perfekten Klassenerhalt - sei es, dass sein Team nun inoffizieller Stadtmeister, also bestes Derby-Team, sei. Stimmt so nicht ganz: Der VfL Schwerte steht schließlich noch vor zwei Lokalduellen. Wenn er sie gewinnt, kann er zumindest noch mit dem SC Berchum/Garenfeld, der in acht Spielen starke 17 Derbypunkte holte, gleichziehen.

Aber auch fernab von dieser inoffiziellen Bezirksliga-Stadtmeisterschaft wirkte Henes gelöst. Das Saisonziel ist vier Spieltage vor dem Ende bereits gesichert, der scheidende Trainer hat eine entspannte Restsaison vor sich liegen. "Da wollen wir vier bis sechs Punkte mitnehmen", erklärt er.

Der VfL Schwerte bewies am Sonntag, dass er richtig ansehnliche Spielszenen herzaubern kann. Gleichzeitig bewies er aber auch, dass es beim Abschluss dieser Kombinationen noch so knirschte wie im Motor eines Traktors aus den 50er-Jahren.

Nach seinem 1:0 tauchte Florian Kliegel noch zweimal frei vor Patrick Steins Tor auf, in der zweiten Halbzeit war es Atik Oktay - beide wirkten beim Torschuss ausgepumpt. Der derzeit straff dezimierte VfL-Kader hat den Spielern ihre größten Energien ausgesaugt. So machte er den Sportclub am Ende nochmal stark. "Mir ist es wichtig, dass wir attraktiv gespielt haben. Dass wir jetzt nicht mehr im Vollbesitz unserer Kräfte sind, damit muss man leben", meint Trainer Jörg Silberbach. Die Derbybilanz bedeutet ihm übrigens: "Nichts!"