Schwerter Talente kehren mit Silber und Motivation aus Taiwan zurück

Allein die Teilnahme war ein Erfolg für die beiden: Iman Bouadjaj und Jessica Morka boxten im Mai bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Taiwan um Medaillen. Am Ende gab es sogar einmal Silber. Mitgebracht hat das Duo aber vor allem eins: Motivation für künftige Aufgaben.

Schwerte.. Die Niederlage war denkbar knapp. "Ich war mit meinem Kampf richtig zufrieden, ich weiß nicht, was ich anders hätte machen sollen", sagt Iman Bouadjaj. Die 16-Jährige unterlag in der ersten Runde bei der Weltmeisterschaft ihrer Gegnerin aus Indien nach drei Runden mit 0:3, die einzelnen Wertungen fielen aber äußerst eng aus. Viel hat nicht gefehlt. Nach dem letzten Gong habe sie die Augenblicke vor Verkündung des Ergebnisses gebetet, am Ende hat es für die amtierende Deutsche Jugendmeisterin im Mittelgewicht aber nicht gereicht. "Ich war lange enttäuscht", sagt Iman, "aber man lernt viel aus Niederlagen".

Gold zum Greifen nah

Dasselbe sagt auch Jessica Morka, Imans Teamkollegin vom Schwerter Boxsport. Die 15-Jährige setzte sich im Schwergewicht gegen zwei Konkurrentinnen durch und zog nach diesen beiden Siegen ins Finale ein. Dort war der Weltmeistergürtel zum Greifen nah, 1:2 hieß es aber gegen ihre Gegnerin aus Russland. Nur wenige Treffer machten den Unterschied, viel hat nicht gefehlt. "Es gibt noch Momente, in denen man denkt: warum hat es nicht gereicht?", sagt Jessica Morka.

Am Ende der WM feierte sie aber trotzdem ausgiebig - gemeinsam mit Iman und den anderen Mitgliedern des deutschen Kaders in Taipeh und mit der Silbermedaille im Gepäck. "Die Zeit in Taiwan hat uns zusammengeschweißt", sagt Iman. Sie war es auch, die Jessica nach dem verlorenen Finale wieder auf die Beine geholfen hat.

Weitere moralische Aufbauarbeit gab es am Dienstagabend vom Bürgermeister. "Ihr könnt stolz auf eure Leistung sein", sagte Heinrich Böckelühr dem Duo bei einem Empfang im Sparkassen-Foyer. Die Leistung der beiden Schülerinnen sei eine "Sternstunde des Schwerter Boxsports". Auch Andreas Janoschka würdigte seine Schützlinge. "Allein die Teilnahme ist ein unglaublicher Erfolg und einmalig in 100 Jahren Vereinsgeschichte", so der Vorsitzende des Vereins Schwerter Boxsport.

Auch wenn die WM schon knapp zwei Wochen zurückliegt, von den Eindrücken werden die Boxerinnen noch lange zehren. Mitgebracht haben sie vor allem die Motivation, weiter erfolgreich zu sein. Die nächste Möglichkeit ergibt sich vielleicht im August bei der Europameisterschaft in Ungarn. Ob das mit der Teilnahme klappt, entscheidet sich in den kommenden Wochen.