Schnelle Rückkehr zur Realität
22.10.2012 | 18:55 Uhr 2012-10-22T18:55:00+0200
So ein Glückszustand hält normalerweise länger als zwei Tage. Beim 2:1 am Samstag in Darmstadt feierte der BVB 2 seinen zweiten Saisonsieg, verringerte den Abstand zu den Nicht-Abstiegs-Plätzen auf zwei Zähler und war für das Fachblatt „Kicker“ der Gewinner des Tages im Abstiegskampf. Das hörte Borussen-Coach David Wagner natürlich gerne, mahnte aber gleichzeitig „die schnelle Rückkehr zur Realität“ an. Eine gewisse Dringlichkeit war aus seinen Worten nicht zu überhören.
„Es gibt keinen Grund zur Zufriedenheit. Denn wir stehen nicht auf einem Tabellenplatz, der dazu berechtigt, zufrieden zu sein. Wir sind Tabellenletzter. Auch wenn wir über den extrem wichtigen Sieg natürlich glücklich, stolz und froh sind“, bilanzierte Wagner, der am Samstag Lob von allen Seiten bekam. Es war eine erfolgreiche Rückkehr in seine alte Heimat. 20 km von Darmstadt ist Wagner aufgewachsen. „Ich musste natürlich jede Menge Hände schütteln, mit unglaublich vielen alten Bekannten reden. Ja, es war schon ein besonderes Spiel für mich“, erzählte Wagner, der das 2:1 auch als nachträgliches Präsent ansah. Am Freitag hatte der Coach seinen 41. Geburtstag gefeiert.
Natürlich wurde anschließend gefeiert, nach einer ewig langen Negativserie von neun Spielen ohne Sieg mit ebenso unglaublich vielen späten Gegentoren durfte das 2:1 durchaus als Befreiungsschlag gewertet werden. Oder als erster Schritt zur Trendwende, zumal im Falle einer Niederlage die Bindung zum rettenden Ufer fast schon verloren gegangen wäre. Dass angesichts dieser Situation die Nerven blank lagen, war durchaus verständlich. Nach dem späten Tor zum 2:1 durch Baykan wurde Wagner nur 60 Sekunden später wegen Reklamierens von Schiedsrichter Thomas Stein auf die Tribüne verwiesen.
Gestern hatte Wagner seiner Mini-Truppe trainingsfrei gegeben. „Ab heute beginnt die Vorbereitung auf das Rostock-Spiel“, sagte Wagner, der nachdrücklich darauf hinwies, dass eine Trendwende erst bestand hat, wenn jetzt auch gegen Rostock nachgelegt wird.
Zumindest hat Wagner die leise Hoffnung, dass sein Mini-Kader von 15 Spielern etwas anwachsen könnte. Marc Hornschuh dürfte nach seiner Beckenprellung am Donnerstag wieder mit dem Training beginnen, Kerem Demirbay ist wieder einsatzfähig, Konstantin Fring (pausierte wegen 5. Gelber Karte) wurde am Freitag am Daumen operiert (Sehnenriss), sollte aber gegen Rostock ebenfalls dabei sein. Allein über die Rückkehr von Hofmann oder Bittencourt kann Wagner nur spekulieren. Da ist er von den Personalentscheidungen von Cheftrainer Jürgen Klopp abhängig.
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