Schiedsrichter fordern Absetzung ihres Obmanns

Rücktritte, Machtkämpfe, grobe Vorwürfe im Dortmunder Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) brodelt es mächtig. Den bisherigen Gipfel der Aktionen markiert ein Brief an den Verbandsschiedsrichterausschuss des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW).

Dortmund.. Unverblümt wird in diesem Schreiben, das Ende Januar auf den Weg geschickt wurde, die Absetzung des Kreisschiedsrichter-Obmanns (KSO) Uwe Szesny gefordert. Die Forderung wird offensichtlich unterstützt von mehr als 30 Schiedsrichtern, die sich auf einer Liste eingetragen haben.

Die Vorwürfe

Einen unübersehbaren Haken hat das Schreiben an den FLVW allerdings: Der Unterzeichner ist gänzlich unbekannt; die Attacke erfolgte anonym.

Die Angriffe gegen Szesny erfolgten direkt nach den Rücktritten der KSA-Mitglieder Julian Mangold, Nico Sänger und Chris Winter am 24. Januar. Dem KSO wird unterstellt, er kümmere sich nicht um die zu fördernden Schiedsrichter, führe keine Beurteilungsgespräche, habe keinen menschlichen Kontakt zu den Schiris.

Die Reaktion Szenys

Außerdem soll Szesny persönliche Interessen in den Vordergrund stellen, anstatt die Interessen der Schiedsrichter zu vertreten. Auch eine einseitige Verteilung der Schiedsrichterkarten für die BVB-Spiele wird ihm angelastet, zudem ein persönliches Fehlverhalten in mehreren Situationen während der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft.

KSO Uwe Szesny, der mitten in der Kritik steht, bekennt freimütig: "Diese Aktionen kosten schon Nerven. Ich opfere für dieses Ehrenamt Woche für Woche viele Stunden, da hätte ich doch ein offenes Gespräch begrüßt. Nach dem Eingang des Briefes habe ich intensive Gespräche mit dem Kreisvorstand und dem FLVW geführt. Beide Gremien stehen hinter mir."

Reaktionen des Kreisvorsitzenden

An eine Absetzung Szesnys ist also überhaupt nicht zu denken. Das bestätigt der Kreisvorsitzende Jürgen Grondziewski. "Zunächst mal sind die Vorwürfe doch an den Haaren herbeigezogen. Außerdem", bemerkt Grondziewski, "ist der Verbandsschiedsrichterausschuss überhaupt nicht zuständig."