Schäfer: "Hauruck-Aktion ist nicht gerechtfertigt"

Vergangene Woche entließ der VV Schwerte mit sofortiger Wirkung seinen Volleyballtrainer Gunnar Schäfer. Schäfer trainierte die zweite Damenmannschaft in der Landesliga, deren Spielerinnen großteils die ambitionierte U16-Mannschaft des Vereins bilden. Nun bezieht der geschasste Coach Stellung.

Schwerte.. Gunnar Schäfer:"Trainerentlassungen gehören im Sport zum Alltag - da macht Volleyball keine Ausnahme. Kurzfristige Trainerentlassungen im Nachwuchsbereich ohne Angabe von konkreten Gründen jedoch hinterlassen einen faden Beigeschmack, da sie Spielraum geben für verschiedenste Spekulationen. Ich kann und muss an dieser Stelle versichern, dass es in den vergangenen Jahren bei der Arbeit mit der Talentgruppe des VV Phönix Schwerte/VV Schwerte keinerlei Verfehlungen gegeben hat, die diese Hauruck-Aktion des Vorstandes auch nur annähernd rechtfertigen.

Ich war bemüht, im Schwerter Volleyball das Segment Leistungssport wieder deutlicher in den Fokus zu rücken. Mit einer deutschen U14-Vizemeisterschaft und diversen Nominierungen für Landesauswahl- und Jugendnationalmannschaften waren erste Erfolge zu verzeichnen. Dass dies in einem nach wie vor breitensportorientierten Umfeld nicht faltenfrei über die Bühne geht, muss allen Verantwortlichen bewusst sein.

Wenn ich die persönliche Enttäuschung über das Vorgehen des Vorstandes und das Verhalten der Trainer-"Kollegen", die diese Aktion hinter meinem Rücken mitinitiiert haben, ausblende, zeigt sich allerdings eine noch viel fatalere Dimension: Die Außendarstellung des Schwerter Volleyballs hat zum wiederholten Mal erheblich gelitten. In den vergangenen Tagen haben sich viele Trainerkollegen und Verantwortliche anderer Vereine bei mir gemeldet. In den Gesprächen kristallisierte sich eine Kernaussage heraus: "Typisch Schwerte!"

Talente suchen nach Alternativen

Trotz optimaler Voraussetzungen (Hallensituation, Kooperationen mit den Schulen, öffentliches Interesse, etc.) schafft es der Verein nicht, diese Bedingungen für eine kontinuierliche Entwicklung zu nutzen. Schon jetzt schauen sich Talente nach Alternativen um. Welcher ambitionierte Trainer wird sich unter diesen Voraussetzungen nach Schwerte trauen? Welche Talente werden den Weg in die Alfred-Berg-Halle suchen?

Ich weiß, dass sich die Gremien des Vereins in den letzten Monaten intensiv mit einer übergreifenden Vereinsphilosophie auseinandergesetzt haben. Sollten die Werte Vertrauen und Zuverlässigkeit darin vorkommen, müsste das Papier allerdings wohl ein weiteres Mal überarbeitet werden. Volleyball in Schwerte - quo vadis?"