„Rundum glücklich und zufrieden”
11.08.2009 | 19:05 Uhr 2009-08-11T19:05:00+0200
Sie hat in drei Ländern gespielt, in ihrer Heimat Polen, in Spanien und in Deutschland. Sie besitzt dazu die internationale Erfahrung aus vielen Champions League- und Europacup-Spielen mit Montex Lublin und aus 105 Länderspielen.
Sie gehört zu den besten Rückraumakteurinnen in der Bundesliga. Und doch war sie arbeitslos. Als sie von der Mannschaftsfahrt des zum fünften Mal in den Play Offs zur ersten Liga gescheiterten SC Markranstädt aus „Malle” nach Hause kam, war ihr Verein insolvent. Dann meldete sich der BVB - und nun ist die Welt der 32-jährigen Dagmara Kowalska wieder in Ordnung. „Ich bin rundum glücklich”, verriet sie im Gespräch mit unserer Zeitung.
Sie sind seit zwei Wochen in Dortmund. Haben Sie schon eine Wohnung gefunden?
Dagmara Kowalska: „Ja. Sie ist wunderschön, groß und mit Balkon. Auch zum Kindergarten für unsere Tochter Domenika ist es nur ein Katzensprung. Wir richten uns gerade ein, einiges steht noch unausgepackt, aber ich glaube, in ein paar Tagen ist alles perfekt.”
Sie wollten eigentlich noch mindestens ein Jahr in Markranstädt bleiben: hat denn nichts auf die wirtschaftlichen Probleme hingedeutet, die so schwerwiegend waren, dass nichts anderes übrig blieb als Insolvenz anzumelden?
„Nicht nur ich, auch meine Mitspielerinnen waren wie vor den Kopf geschlagen, als sie mit der Wahrheit konfrontiert wurden. Wir waren geschockt. Wir wussten nichts, rein gar nichts. Aber dem Verein blieb wohl keine andere Wahl.”
Und dann kam der Anruf aus Dortmund...
„...richtig. Ich habe mich riesig gefreut, als sich erst Jokelyn Tienstra und dann Jochen Busch und Andreas Heiermann gemeldet haben. Der BVB ist ein guter Klub mit einem hervorragenden Ruf seit dem Aufstieg 1993 und mit großer Tradition. Dass er ein Jahr in der zweiten Liga gespielt hat, stört dabei gar nicht - so ist der Sport. Zu ihm gehören auch Tiefen. Apropos Jokelyn: mit ihr und Manuela Fiedel habe ich zusammen in San Sebastian gespielt. Eine tolle Zeit. Ich bin froh, dass ich sie zu meinen Freundinnen zählen darf.”
In der Nationalmannschaft haben Sie Ihre Karriere beendet?
„Zuletzt war ich bei der WM 2007 in Frankreich dabei. Ich konzentriere mich auf meinen Verein. Aber sollte sich mal eine Notsituation ergeben, wie in Deutschland kürzlich mit Kathrin Blacha passiert, dann würde ich aushelfen.”
Was glauben Sie, können Sie dem BVB geben, was er nicht hat? Wie würden Sie Ihre Vorzüge beschreiben?
„Ich habe auf allen Positionen gespielt, am liebsten natürlich im linken Rückraum. Ich kann ein Spiel lesen und unseren jungen Spielerinnen etwas von meiner Erfahrung vermitteln. Ich spiele seit 15 Jahren, was die Spielklassen angeht, auf hohem Niveau.”
Sie kennen die Bundesliga: was können Sie denn mit der Borussia erreichen? Reicht's für den Klassenverbleib?
„Natürlich glaube ich daran. Wir haben eine gute Mannschaft mit jungen und talentierten Spielerinnen. Ich bin davon überzeugt, dass der BVB eine gute Zukunft haben wird.”
ZUR PERSON:
Geboren am 30.12.1976, verheiratet, 181 cm, Gewicht: 73 kg, Position: Rückraum. 105-Länderspiele/350 Tore.
Bisherige Vereine: 1995-'96 JKS Jaroslaw/POL, 1996-2001 Montex Lublin/POL, 2002-'04 Zaglebie Lublin/POL, 2004-'06 San Sebastian/ESP, 2006-03.08 VfL Oldenburg, 2008-'09 SC Markranstädt.
Viertelfinalist Champions League '99/2000, EHF-Cup-Sieg 2001
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