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Routine besiegt Jugend

06.09.2009 | 20:26 Uhr
Routine besiegt Jugend

Es war ein "Auswärtssieg": Bei den Tennis-Stadtmeisterschaften gewann Tim Richter (Schwerte) den Titel. Immerhin blieb in der damenklasse der Titel in der Stadt - es setzte sich "Seriensiegerin" Janina Kummetz (TC Eintracht) durch.

Für den neuen Titelträger war es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Eine mit glücklichem Ende. Auf der Anlage an der Baststraße, beim TSC Hansa, hatte Tim Richter einige Jahre gespielt, „hier fühle ich mich immer noch wohl”, gab er zu. Die sportliche Ausbeute dürfte zum Wohlbefinden des Schwerters eine Menge beigetragen haben: Mit 6:3 und 6:0 setzte sich Richter im Herren-Finale der Stadtmeisterschaft gegen Mischa Nowicki vom DTK Rot-Weiß durch.

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Dreifacher Triumph für Kummetz

Sie spielte in drei Konkurrenzen mit und in allen dreien ging Janina Kummetz mit dem Stadtmeistertitel vom Platz. Nach dem Erfolg in der Damen A-Konkurrenz feierte die Eintracht-Spielerin auch im Damen-Doppel (mit Inga Schwermer) und im Mixed (mit Mark Göge) Erfolge. Der Dauereinsatz forderte allerdings seinen Tribut. Nach den drei Finals wanderten ihre Tennisschuhe direkt in den Mülleimer, die Sohlen waren durchgelaufen.

Auch der Herren-Stadtmeister ging mit zwei Titeln nach Hause. Im Doppel setzte er sich an der Seite von Marius Alfs durch (7:5, 6:4 gegen Adam Barnes und Henrik Müller). Für Alfs war es ein versöhnlicher Abschluss, er war in der Herrenkonkurrenz im Halbfinale überraschend ausgeschieden.

Eine starke Vorstellung bei den Herren B bot Igor Richvin (DTK RW). Allerdings kam ihm zu Gute, dass seine Leistungsklassen-Einteilung nicht dem wirklichen Spielvermögen entsprach. So hatte er leichtes Spiel. Etwas überraschend war, wem er im Finale gegenüberstand: Für das Endspiel hatte sich der der ungesetzte Christian Vetter (TC Brackel) qualifiziert. Im Damen B-Wettbewerb gewann Mareike Köhler (Aplerbeck). Im direkten Aufeinandertreffen der beiden Top-gesetzten Spielerinnen besiegte sie Aylin Sahuric (Hansa) 6:2, 6:1.

Der neue Meister schien am meisten überrascht von seinem Titelgewinn. „Eigentlich hatte ich mir kaum eine Chance ausgerechnet”, gab er zu. Er hatte einen Tag zuvor Nowickis Halbfinalspiel gegen Marius Alfs gesehen, in dem der 18Jährige den Favoriten aus dem Turnier geworfen hatte. Und dabei Kampfkraft bewies. Nach 3:6, 6:0 hatte Nowicki im dritten Satz schon 1:4 zurückgelegen, gewann dann aber gegen Alfs, die Nummer eins der Setzliste, fünf Spiele in Folge.

Eine solche Energieleistung glückte ihm im Endspiel nicht. „Ich habe gar nichts getroffen”, stellte Nowicki, der in Essen mit Karsten Braasch trainiert, fest, „die Schläge kamen einfach nicht.” Schnell hatte er ein Break kassieren müssen, nachdem er Satz eins mit 3:6 abgegeben hatte und im zweiten Satz ebenfalls prompt den Aufschlag verlor, war die Partie entschieden. Spielerisch war er nicht so unterlegen, wie es das Ergebnis vermuten lassen könnte; es fehlte ihm schlicht an der Geduld. „Heute hat sich Routine gegen Jugend durchgesetzt”, stellte Tim Richter fest.

Das beschreibt die Spiele in der Damen-Konkurrenz ebenso treffend. Dort gewann Janina Kummetz (TC Eintracht) den Titel – was alles andere als eine Überraschung war. Wegen des kleinen Teilnehmerfeldes wurde der Wettbewerb in Turnierform ausgespielt; in keinem ihrer vier Spiele war Kummetz' Erfolg gefährdet, sie gab nicht einen Satz gab ab. „Es war an manchen Stellen aber doch schon etwas enger, als es aussah”, gab die Seriensiegerin zu. Mit dem 6:2, 6:0-Sieg gegen Sarah Spruch (DTK Rot-Weiß) hatten sie den Titelgewinn endgültig perfekt gemacht, für Spruch blieb in dieser Konkurrenz der zweite Platz übrig.

In den Damen A-Klassen war der TC Eintracht das Maß der Dinge. Dass der Verein auch bei den Damen 30 den Titel für sich verbuchen könnte, stand schon vor dem Endspiel fest. In dem standen sich mit Nicole Vorwerk und Sonja Vogt nämlich zwei Vereinskameradinnen gegenüber. Vorwerk entschied dieses Duell klar mit 6:1 und 6:1 für sich.

Während die meisten Finals einigermaßen schnell über die Bühne gingen, nutzen die Herren 30 so ziemlich alles aus, was der Tennissport hergibt. Mit 6:4 und 7:6 setzte sich Henrik Müller (TG Westfalia) – nach langer Stadtmeisterschaftsabstinenz – in einen spannenden und hochklassigen Endspiel gegen Oliver Janz (TSC Hansa) durch. „Gut, dass es in zwei Sätzen vorbei war”, freute sich Müller, „ansonsten hätte es nochmal ganz eng werden können”. Oliver Janz bot lange Paroli, in zweiten Abschnitte nutze der Lokalmatador vom TSC Hansa gleich vier Breakbälle zum Satzausgleich nicht. Doch der Unterlegene nahm's mit Fassung. „Ich habe in der Saison viel Glück gehabt, heute war's auch etwas Pech”, so Janz, „es gleicht sich eben alles aus.”

Timm Becker

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