Reiche möchte den RSC für den Breitensport öffnen

Seit 21 Jahren ist Michael Reiche für den Radsportclub "77" Schwerte aktiv. Seit gut einer Woche ist er sein neuer Vorsitzender. In dieser Funktion löste er Matthias Bölk ab. Im Interview spricht Reiche über seine Vision, den RSC im Breitensport- aber auch im Leistungssektor wieder zu stärken.

Schwerte.. Herr Reiche, Sie möchten sich mit dem RSC mehr für den Breitensport öffnen, gleichzeitig aber auch den Leistungssport intensivieren. Da warten ja ganz schön große Aufgaben...

Der RSC heißt ja nicht immer gleich Rennfahren. Nur ist uns der Breitensportsektor komplett weggebrochen. Früher hatten wir noch die Radtouristik mit 1000 Teilnehmern. Vor drei Jahren gab es dann das letzte Radrennen, das uns auch weggebrochen ist, weil die Leute fehlen, die mit anpacken.


Und wie möchten Sie dem fallenden Trend entgegenwirken?

Ich möchte den Radsport, wie er früher in Schwerte mal ganz groß war, wieder in den Vordergrund stellen. Mein Wunsch ist es, dass wir als RSC anbieten, eine lockere Runde zu fahren, aber auch gerne sportlich und ambitioniert. Die meisten haben Angst, dass wir zu schnell fahren. Wenn die dann aber merken, dass wir auch moderat fahren, bis zur Möhne zum Kaffeetrinken zum Beispiel, hoffe ich auf einen Synergieeffekt für den Verein. Ich habe die Vision, dass wir über den Breitensport Quantität im Verein schaffen.


Der demografische Wandel macht sich auch in der Jugendabteilung des Vereins bemerkbar. Aktuell stellt der RSC nur einen Jugendfahrer und zwei Elitefahrer…

Das ist schon ein Problem. Ich würde mir wieder eine Jugendabteilung wünschen, bei der man auf 10 bis 15 Jugendliche zurückgreifen kann. Die Jugend liegt mir am Herzen. Deshalb war es mir ganz wichtig, dass ich junge Leute im Rücken habe. Das habe ich mit Christian Zahn als 2. Vorsitzendem und mit Veit Lemke als Kassenwart geschafft.

Sie sind selbst seit zwei Jahrzehnten verrückt nach dem Radsport. Was macht die Sportart so interessant?

Es ist schon sehr speziell, aber es gibt immer Action. Radsport kommt ja immer recht monoton rüber. Aber aber vor allem im Gruppenfahren haben wir immer ganz viel Spaß, es ist eben keine Einzelsportart. Ab und zu tut es dann aber auch mal weh, da muss man dann auch mal leidensfähig sein.


Haben Sie sich neben den bereits genannten Zielen noch etwas anderes für Ihre erste Amtszeit vorgenommen?

Ich wünsche mir, dass der RSC zum Anlaufpunkt für Radsportler in Schwerte wird. Das Bewusstsein soll gestärkt werden, dass es uns gibt - das haben wir zuletzt nicht so forciert. Wer zum Beispiel einfach nur Fragen hat, wie er für sich am besten trainiert, kann uns einfach anrufen. Wir helfen gerne.