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Radochla alles andere als ein Lückenbüßer

28.05.2010 | 17:03 Uhr
Radochla alles andere als ein Lückenbüßer

Die Fußstapfen, die Steffen Radochla ausfüllen musste, waren riesig. Der Radprofi war Anfang des Jahres zum Dortmunder Team Nutrixxion gestoßen, nachdem sich sein österreichisches Team Elk-Haus zurückgezogen hatte.

Radochla kam nach Dortmund und musste den höchst erfolgreichen Eric Baumann ersetzen, den es zur Konkurrenz gezogen hatte. Mittlerweile kann man sagen: Radochla ist längst mehr als ein Lückenbüßer.

Diese Woche hatte es in sich für den 31-jährigen gebürtigen Leipziger, dem eigentlich nur eines versagt blieb - der ganz große Triumph, besser gesagt ein Sieg. „Das ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, Steffen hat ja in den kommenden Wochen noch einige Chancen, die er mit Sicherheit auch nutzen wird”, sagte Teamchef Mark Claußmeyer.

Was natürlich seine Leistungen in keiner Weise schmälern soll. Am Pfingstmontag wurde der erfahrene Profi Zweiter bei den „Neuseen Classics” vor den Toren von Leipzig. Und schon da durfte sich Radochla wie ein Sieger fühlen. Der Neu-Dortmunder musste sich nur dem Milram-Akteur Roger Kluge geschlagen geben. Das besondere dabei: Die kraftraubende Nachführarbeit, die das Team Nutrixxion leisten musste, um zwei Ausreißer wieder aufzufahren, ruhte nur auf wenige Schultern. Das Team Milram indes arbeitete nicht mit und sparte so Kraft für das Finale. So der Vorwurf.

„Wenn die hätten mitführen müssen, dann wäre der Sprint sicherlich anders ausgefallen”, kommentierte Radochla das Renngeschehen. Auch zwei Tage später spürte man noch immer die Verärgerung über den Vorgang.

Da war Radochla mit dem Team bereits bei der Bayern-Rundfahrt im Einsatz. Auf der ersten Etappe von Erding nach Viechtach über 191 km erkämpfte sich Radochla Platz acht. Da der Sprint zum Schluss kräftig anstieg, war der Dortmunder mit seiner Leistung mehr als zufrieden.

Nur 24 Stunden später ging's erneut zur Sache. Auf der zweiten Etappe, mit 201 km ebenfalls richtig lang, waren zudem mehrere Anstiege zu bewältigen. Für Radochla kein Problem, der zusammen mit seinen Teamkameraden Dirk Müller, Sergej Fuchs und Kim Lachmann in der ersten Gruppe das Ziel erreichte. In der Wagnerstadt Bayreuth wurde ein riskanter Sprint gefahren. Es kam zum Massensturz. Zum Glück hinter Radochla, der auf Rang drei fuhr.

„Das war eine heiße Sache, deshalb bin ich auch richtig zufrieden mit Rang drei”, sagte Radochla bei der Siegerehrung. Pech hatten indes Michael Schweizer und Lars Wackernagel, die auf einer Abfahrt stürzten. Während Wackernagel ohne Schrammen davonkam, musste Schweizer mit einer schweren Hüftprellung zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Die Königsetappe am Freitag gewann indes Milram-Kapitän Gerald Ciolek. Von den Dortmunder hielt sich Neuzugang Sergej Fuchs auf Rang 19 am besten.

Peter Kehl

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