Preußen gegen VfB: Säbelrasseln vor dem Derby

Wenn am Sonntag A-Liga-Spitzenreiter VfB 08 Lünen den Nachbarn SV Preußen 07 empfängt, dann dürfte es wohl das wichtigste Derby der vergangenen Jahre werden. Um Prestige und Revanche geht es für den SVP, um den Aufstieg für den VfB - reichlich Brisanz, die auch vom VfB-Verfolger aus Hörde angeheizt wird.

Lünen-süd.. Die VfB-Verfolger vom Hörder SC haben Klaus Ruhoff, Trainer der Preußen, per Facebook-Nachricht einen Derby-Sieg bereits schmackhaft gemacht. Sie fordern ein "rassiges" Derby "voller Emotionen" und hoffen den Preußen nach der Partie "ein paar Bier zum Sieg spendieren zu können". Sich anzustrengen ist für SVP-Coach Ruhoff jedoch eine Selbstverständlichkeit: "Das hätte man mir nicht schicken müssen. Wir hätten so oder so alles gegeben." Auf durchwachsene Resonanz stößt die Nachricht beim Nachbarn in Lünen-Süd.

Sascha Kusserow, Co-Trainer des Tabellenführers, erklärt: "Grundsätzlich ist so etwas legitim. Es ist klar, dass Hörde an diesen Strohhalm festhält." Ihm missfällt jedoch eine weitere Aussage in dieser Nachricht. Darin heißt es, den VfB ziehe es "seit Wochen mit Bier und Arroganz" zu den Spielen des HSC. Kusserow: "Das schießt über das Ziel hinaus. Natürlich schauen wir uns, wenn es möglich ist, die Spiele an. Diese Aussagen gehören zum üblichen Säbelrassen, motivieren uns nur weiter."

Dabei ist der Ansporn kaum weiter zu steigern. Trainer Michael Schlein will diese Nachricht abhaken: "Wir nehmen das nicht so ernst. Das gehört zum Fußball. So oder so sind unsere Spieler heiß auf die Partie. Uns ist bewusst, dass wir die Meisterschaft mit zwei Siegen selbst in der Hand haben. Das Wetter ist ordentlich und wir sind gut vorbereitet."

In guter Erinnerung ist auf beiden Seiten noch das Hinspiel. Der VfB bezwang die Preußen im Dezember mit 3:1 in einer hart umkämpften Begegnung. Preuße Ruhoff, der nach dem Spiel verärgert war: "Der VfB hat uns damals mit einer sehr harten Gangart den Schneid abgekauft. Wir selbst haben zu dem Zeitpunkt noch oben mitgespielt. Nach der Derby-Niederlage folgten weitere Punktverluste und wir sind zurückgefallen. Das wollen wir dem VfB zurückgeben."

An ein "Kampfspiel" erinnert sich auch Schlein. Mit insgesamt 13 Gelben Karten und einer Ampelkarte. Ein Grund dafür, warum diesmal ein komplettes Schiedsrichtergespann angesetzt ist für das Derby? Das ist nämlich unüblich für eine Kreisliga-Partie. Staffelleiter Klaus Kosziol erklärt: "Der VfB 08 hat das für die letzten Spiele beantragt. Ich gehe mal davon aus, dass die Lüner damit auf Nummer sicher gehen wollen. Drei Schiris sehen besser." Auch zum Heimspiel des Hörder SC schickt der Kreis Dortmund drei Unparteiische.